Recht auf Gesundheit – Recht auf Leben: Vortrag zur nuklearen Kette in Mainz

Alex Rosen im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern. Foto: Fabio Martire

Alex Rosen im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern. Foto: Fabio Martire

Etwa 55 Personen sammelten sich am 28. April im Ratssaal des Mainzer Rathauses, um der Präsentation des Berliner Kinderarztes Dr. Alex Rosen zu folgen. Der Vortrag fand im Rahmen der Ausstellung „Hibakusha Weltweit“ statt, die ebenfalls im Rathaus noch bis Anfang Juni zu sehen ist. In der von der IPPNW zusammengestellten Präsentation geht es um die gesundheitlichen und ökologischen Folgen der sogenannten „Nuklearen Kette“. Die Ausstellung liegen Untersuchungsergebnisse von Patienten aus betroffenen Gebieten zugrunde. Diese Ergebnisse erwiesen sich als sehr aussagekräftige Parameter. Die Betroffenen werden „Hibakusha“ genannt, was direkt übersetzt „Explosionsopfer“ heißt. Mittlerweile werden sie nicht nur in Japan, sondern weltweit so genannt. Sie betrachten sich selbst nicht als Opfer, sondern als Überlebende, die sich zum Teil bis ins hohe Alter dafür einsetzen, dass sich ihr Schicksal niemals und an keinem Ort der Welt wiederholt. Es geht hier um Menschen und um menschliche Schicksale, um das Recht auf Gesundheit und um auf das Recht auf Leben. Die IPPNW-Ärzte versuchen diese Menschen zu beschützen und auch proaktiv Katastrophen zu verhindern, da man nach einer nuklearen Verseuchung medizinisch keine Hilfe mehr leisten kann. Die Studien, die bereits von Amerikanern und Japanern, aber auch von Russen erstellt wurden, sind kritisch zu sehen, weil oft politische oder wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen und nicht das Recht auf Leben.

Eingeleitet durch den Gesang von Ayako Daniel mit „Frühlingsglaube“ von Franz Schuber (am Klavier: Azusa Tomimoto) und begleitet durch die Moderatorin von Sophie Kessner wurde Vortrag und Diskussion aufmerksam durch die Zuhörerschaft aufgenommen.

Wichtigste Aussage war die Erläuterung der Nuklearen Kette, die die gesamte Bandbreite von Katastrophen, angefangen beim Uranabbau, über die Atomreaktoren, die Wiederaufbereitungsanlagen bis hin zu den Atomwaffen und schließlich dem Atommüll umfasst. Jedes Glied dieser Kette fügt Umwelt und  Gesundheit irreparable Schäden zu. Millionen Menschen leiden weltweit unter den Folgen der zivilen und militärischen Atomindustrie.

Die Ärztinnen und Ärzte sehen sich in der Pflicht, über die Zusammenhänge der zivilen und militärischen Atomindustrie und über ihre gesundheitlichen und ökologischen Gefahren aufzuklären. Daher wurden 50 repräsentative Orte aus der ganzen Welt herausgesucht, an denen Mensch und Umwelt unter den Folgen der Atomwirtschaft leiden – und die aktuellsten wissenschaftlichen Studien zu diesen Fallbeispielen recherchiert.

Diese Auswahl erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein. Leider existieren weltweit zahlreiche weitere Orte, an denen sich die katastrophalen Folgen der Atomwirtschaft für Umwelt und Gesundheit zeigen. Einige der Orte wurden kurz vorgestellt, um die Problematik konkret zu veranschaulichen.

Die Lösung des Problems ist die vollständige Abschaffung und Ächtung von Atomwaffen und die Entwicklung hin zu erneuerbarer Energiegewinnung. Österreich, Mexiko und Südafrika u.a. ächten bereits Atomwaffen und viele andere Staaten sollten ihrem Beispiel folgen. Viele kleine Initiativen landesweit und weltweit können diesen Prozess beschleunigen, wenn sie sich miteinander verknüpfen und sich für dieses Ziel engagieren.

Der erste Teil des Abends wurde  von Marie-Sophie Heiland mit dem Lied „Imagine“ von John Lennon abgerundet.

Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Juni in der Rathausgalerie zu sehen
(mehr Infos dazu). Infos zu den einzelnen Ausstellungstafeln finden Sie hier.

Heidi Kassai, Soka Gakkai International Deutschland

 

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