Schließt die Air Base Ramstein, öffnet eure Herzen!

IPPNW-Ärztin im Dienst bei der Ramstein-Demonstration, Foto: IPPNW

Protestwoche gegen eine Drehscheibe der globalen Kriegsführung

Vom 23. Juni 2018 bis zum Abschluss der Ramstein-Aktionswoche am 30. Juni 2018 fand in diesem Jahr erneut eine Aktionswoche in der Region statt, die außerhalb der USA die größte Konzentration von US-Truppen aufweist. Zehntausende von Armee-Angehörigen sind auf mehreren Luftwaffenstützpunkten und Unterstützungseinrichtungen stationiert, wie z.B. auch dem US-Militärhospital. Diese „Military Community“ drückt der Region ihren unübersehbaren Stempel auf, und ist ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor in der sonst überwiegend agrarisch geprägten Pfalz.
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Die Einstellung zum Atomwaffenstützpunkt ändert sich langsam

Am Fliegerhorst Büchel

Am Fliegerhorst Büchel

Nach langer Fahrt mit zwei Transportautos aus Hamburg für alle wichtigen Materialien zum Campaufbau für die IPPNW-Woche in Büchel sind wir nun an unserem schon vertrauten Ort angekommen. Und was empfing uns? Das röhrende Kriegsgedröhne der lärmenden Tornados, die im Rahmen der atomaren Teilhabe immer noch recht ungestört ihre Kriegsübungsflüge absolvieren. Das ging bis in die späten Abendstunden hinein, ein sonst friedlicher stiller Abend mit letzten wärmenden Sonnenstrahlen wurde immer wieder schier unterbrochen. Mir wurde gleich bewusst, warum wir nun hier sind: David gegen Goliath? Die Völkerrechtswidrigkeit ihres Tuns müssen wir ständig weiter delegitimieren. Deshalb setzen wir vor Ort ein unübersehbares Zeichen durch unsere Anwesenheit. Die IPPNW-Woche läutet in diesem Jahr die Höhepunkte der 20-wöchigen Aktionspräsenz ein.

Es ist kühl hier, auch nass, entsprechende Kleidung sollte in jeden Fall mitgebringen, wer am Wochenende und nächste Woche zur IPPNW-Woche kommen wird. Etwa 50 Personen haben ihre Beteiligung fest angemeldet, erfahrungsgemäß werden noch einige mehr dazu kommen. Ob wir mehr werden als im letzten Jahr, hängt von Euch Leserinnen und Lesern ab, auf jeden Fall beteiligen sich mehr jüngere IPPNW-Mitglieder als im vorigen Jahr. Schön!

Toll wäre, wenn wir unter der Woche und zum Abschluss noch mehr werden. Wir können in die Region, wir können auch darüber hinaus wirksam werden und wahrgenommen werden. Ein bunter Strauß verschiedener Aktionen und Veranstaltungen warten auf Euch, Ihr könnt selbst aktiv werden und nachher aus Büchel zu Hause in Eurer Umgebung berichten.

Auch kurzfristig kann man immer noch kommen. Wer in der Nähe wohnt auch ganz spontan. Wir sind vor dem Haupttor des Fliegerhorstes zu finden. Was wir erfahren haben ist, dass die Militärs von sich aus ihre „Sicherheitszone“ um den Fliegerhorst ausgeweitet haben, auf welcher gesetzlichen Grundlage ist völlig unklar. Offensichtlich stellen wir ein Ärgernis dar durch unsere stetige Mahnung. Die Zustimmung aus der unmittelbaren Region, so die Aussage der Aktiven, nimmt langsam, aber stetig zu. Der Friedensnobelpreis und die zunehmende Beteiligung von Vertretern der großen christlichen Konfessionen scheinen Veränderungen in der Einstellung zum Atomwaffenstützpunkt zu bewirken. Dazu können wir als Ärztinnen und Ärzte beitragen.

Viele, die letztes Jahr hier in Büchel vor Ort waren, sind beeindruckt, neu motiviert und mit neuem Elan nach Hause gefahren. Die kommende IPPNW-Woche ist sozusagen auch die Tankstelle für Energie, die wir für unseren langanhaltenden Widerstand gegen die das Völkerrecht brechende Atomwaffen brauchen und uns immer wieder schaffen müssen. Wir sind nicht so bedeutungslos und ohnmächtig, wie es immer wieder von interessierter Seite über uns gezeichnet wird.

Ernst-Ludwig Iskenius

Alle Infos zur Aktionswoche und das Programm unter:
www.ippnw.de/aktiv-werden/termine/ippnw-aktionswoche-in-buechel.html

Der Mut zweier junger Atomwaffengegnerinnen vor Gericht

Büchel Blockade der Startbahn des Fliegerhorstes

Büchel 2016: Blockade der Starbahn des Fliegerhorstes. Foto: © JunepA

Im Dunkel eines frühen Herbstmorgens schreiten sie zu neunt über die riesige Asphalt-Fläche. Erschreckend und dennoch kaum vorstellbar, dass von dieser Startbahn des Fliegerhorsts Büchel mitten in der idyllischen Eifel aus regelmäßig der Massenmord geübt wird. Sie sind hier, um den Abwurfübungen durch die Bundeswehr-Atombomber einen Riegel vorzuschieben. Deren Start wollen sie zumindest für einige Stunden verhindern, dem entmenschlichten Übungsbetrieb ihre Präsenz auf der Startbahn entgegensetzen. Ihre Transparente verschwinden fast auf dem endlosen Rollfeld, dann holen sie Luftballons hervor.

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Wider§pruch – Büchelprozesse zum Zivilen Ungehorsam gehen in die zweite Runde

Büchel Blockade der Startbahn des Fliegerhorstes

Fliegerhorst Büchel 2016:  Blockade der Roll- und Landebahn

Am 12. September 2016 besetzten neun Aktivisten, darunter auch ich als IPPNW-Mitglied, die Roll- und Landebahn des Atomwaffenstützpunktes Büchel in der Eifel aus Protest gegen die dort stationierten US-Atomwaffen und die atomare Teilhabe Deutschlands. Im September/Oktober mussten sich acht von ihnen vor dem Amtsgericht Cochem für diese Aktion des Zivilen Ungehorsams verantworten, sie wurden jeweils zu 30 Tagessätzen verurteilt. Der Amtsrichter sprach uns Angeklagten die Berechtigung zum Zivilen Ungehorsam ab und hat diesbezügliche Beweisanträge allesamt vom Tisch gewischt. Sechs der Angeklagten haben dieses Urteil nicht akzeptiert und möchten nun im Berufungsprozess vor dem Landgericht Koblenz einen Freispruch erreichen. Weiterlesen