Packt Eure Zahnbürsten ein: Mitmachen bei der „Büchel65“-Abschlussblockade

Mitglieder der IPPNW-Gruppe Stuttgart und Stuttgart-Gegner/innen am 14. Mai 2015 in Büchel. Foto: Uwe Hiksch

Mitglieder der IPPNW-Gruppe Stuttgart und Stuttgart-21-Gegner/innen am 14. Mai 2015 in Büchel. Foto: Uwe Hiksch

Die Kampagne „Büchel65“ neigt sich langsam dem Ende zu. Immerhin haben bisher an 26 Tagen insgesamt mehr als 300 Personen den Atomwaffenstandort Büchel blockiert und damit deutlich gemacht, dass sie das Unrecht, das von der Existenz von Atomwaffen ausgeht, nicht länger mittragen wollen. Dies wird durch zivilen Ungehorsam gewaltfrei unterstrichen. Mehrmals war der Fliegerhorst total dicht, zuletzt letzten Samstag, als eine Berliner Gruppe zusammen mit dem Versöhnungsbund blockierte. Es haben etliche IPPNW-Kollegen und -Kolleginnen an Büchel65 teilgenommen, als Gruppe waren besonders die Bremer, Mannheimer und Stuttgarter/innen aktiv. Ihnen gebührt unser besonder Dank. 

Pünktlich um 10 Uhr starten heute wie an vier anderen Wochentagen die Tornados der Bundeswehr, um ihre Aufgaben der atomaren Teilhabe zu erfüllen. Die sonst so heilsame Stille in diesem wunderschönen Landstrich wird plötzlich durch einen höllischen Lärm unterbrochen. Die Flugzeuge sieht man erst später hinter den Bäumen aufsteigen, so niedrig fliegen sie, eine dunkle Kerosinfahne hinter sich herziehend. Wir haben mal recherchiert und kommen auf 4.375 Liter Kerosin/Stunde. Das macht 11.000 kg Kohlendioxid/Stunde an Ausstoß und kostet den Steuerzahler etwa 45.000 Euro pro Flugstunde. Was könnte man mit diesen Ressourcen in dieser strukturschwachen Region und anderswo für sinnvolle Entwicklungen anstoßen!

Noch kann sich jeder, auch individuell, im Rahmen von Büchel65 am zivilen Ungehorsam beteiligen. In unserem Aufruf zur Abschlussblockade heißt es:

„Hast Du Deine Zahnbürste dabei? Du wirst sie noch gebrauchen. Man sperrt heut viele Menschen ein, die gegen das Unrecht sind (aus: „Kennst Du die Story vom kleinen Johnny“ – ein Lied aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung). Am Tag der Abschlussblockade der Kampagne Büchel65 blockieren wir frühmorgens immer wieder die Zufahrten zum Fliegerhorst. Wenn die Polizei uns Platzverweise erteilt, ignorieren wir diese und setzen uns wieder hin und widersetzen uns und setzen uns wieder und setzen uns… bis wir in Gewahrsam genommen werden. Unser Gepäck ist eine Zahnbürste. Wie der kleine Johnny zeigen wir, dass wir bereit sind, aus Protest gegen bestehendes Unrecht ins Gefängnis zu gehen…“

Den vollständigen Aufruf findet Ihr hier. Und Ihr könnt  viele gute und spannende Bilder betrachten, die Mut und Appetit machen, sich diesem Protest anzuschließen. Auch über die juristischen Konsequenzen wird ausführlich informiert. Wir stehen auch persönlich für weitere Fragen zu Verfügung. Nur anmelden solltet Ihr Euch. Und auf jeden Fall schon am Tag vorher, am 28. Mai zur Aktionsvorbereitung anreisen! Alle, die bisher an Büchel65 teilgenommen haben, haben nachher uns die Notwendigkeit einer intensiven Aktionsvorbereitung bestätigt. Vielleicht schafft der ein oder andere dann es ja noch, mitzumachen.

Wer gerne dabei sein will, aber doch nicht kann, kann uns ja eine Postkarte von Büchel65 zur Ermutigung schicken (Friedenscamp, An der Hauptwache 2, 56826 Alflen) und eine zweite als Erinnerung an die Bundesregierung oder einem Bundestagsabgeordneten, dass der Beschluss des deutschen Bundestages vom 26. März 2010in seiner Umsetzung immer noch aussteht. Postkarten könnt Ihr bei mir bestellen oder hier herunterladen.

IPPNW-Arzt Ernst-Ludwig Iskenius nimmt an der Dauermahnwache vor dem Fliegerhost Büchel/Alflen teil.

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