Leben statt tödlicher, atomarer Wahn

Die Blockade des Tor 3 unter dem Motto "Bombenrisiko Atomkraft"

Die Blockade des Tor 3 unter dem Motto „Bombenrisiko Atomkraft“

Büchel, der entlegene kleine Ort in malerischer Umgebung in der Eifel, war erneut Kulisse einer kreativen, bunten und lautstarken Protestaktion der Friedensbewegung. Bis zu 750 Friedensaktivistinnen und -aktivisten aus der ganzen Bundesrepublik, den Niederlanden, Belgien und aus den USA blockierten erstmalig 24 Stunden lang alle Zufahrten zu dem Gelände. Etwa 200 Blockierende verbrachten die Nacht vor den Toren des Fliegerhorstes mit Schlafsäcken und auf Strohballen, IPPNW-Mitglieder waren für das Tor 3 verantwortlich. Das Motto für das Tor war „Bombenrisiko Atomkraft“. Denn die sogenannte „friedliche“ Nutzung der Atomenergie ging aus den militärischen Atomprogrammen hervor. Obwohl sie sich „friedlich“ nennt, hat sie Millionen Strahlenopfer gefordert. Trotzdem wird die Atomenergie besonders von den militärischen Atommächten und von jenen, die sich diese Option offen halten wollen, aufrechterhalten und weiter ausgebaut. Deshalb ist unser Protest gegen Atombomben auch immer ein Einsatz für zukunftsträchtige regenerative Energieformen.

Neben der Bühne an der Einfahrt zu Tor 3 hatten die Organisatoren auch ein Versammlungszelt aufgebaut. Dort wurde erstmals auf deutsch unsere Ausstellung „Hibakusha weltweit“ präsentiert, die anhand von Fallbeispielen an die Opfer der atomaren Kette überall auf der Welt erinnert: Vom Uranabbau über Reaktorunglücke bis zum Atomwaffeneinsatz. In einer gemeinsamen Bastelaktion markierten Ärztinnen und Ärzte auf einer großen Weltkarte die Orte der nuklearen Katastrophen. Die Ausstellung kann demnächst in der IPPNW-Geschäftsstelle ausgeliehen werden.

Auf der Bühne zeigte die IPPNW Kurzfilme der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN), das Musikduo Guaia Guaia enttarnte den als rationale Politik getarnten atomaren Größenwahn mit Liedern wie „Ich bin eine Atomrakete“ und auch Franziska und Uwe fassten in Musik, was viele von uns dachten. Klaus der Geiger schenkte uns etwas von seiner unerschöpflichen Energie und gemeinsam mit Blue Flower, Matthäus Huth, John La Forge und Rob Longstaff begleitete er unseren Protest mit wunderschönen Klängen. Herzlich gelacht haben wir über das politische Kabarettprogramm von „Muita Merda“ aus Aachen. Kurt Lennartz und Josie Bockholt nahmen u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle auf die Schippe. Zu ihrem Anti-Atom-Song „Domschatzwalzer“ schunkelten und sangen wir kräftig mit.

Unterstützt wurden die IPPNW-Mitglieder an Tor 3 von jungen UmweltaktivistInnen, die die Zeiten der Stille, in denen es kein Bühnenprogramm gab, mit ihrem Gitarrenspiel füllten.

Die sternenklare Nacht mit vielen netten Menschen vor dem romantisch bewachsenen Tor tat das übrige, um allen ganz deutlich zu machen, worum es geht: Leben statt tödlicher, atomarer Sicherheitswahn.

Dr. Inga Blum und Angelika Wilmen, IPPNW Deutschland

Weitere Fotos von der Blockade und Mahnwache am Tor 3

2 Gedanken zu „Leben statt tödlicher, atomarer Wahn

  1. Eisendach über Stadt Dicke 50cm kann Atomwaffen
    vom Zerstören abhalten ohne Gegenwaffen.
    Denkbarer UN Vertrag:Atomwaffen dürfen nicht mehr
    gegen Lebewesen/Städte missbraucht werden sondern nur noch zur Schaffung künstlicher Seen
    und zur Asteroidenabwehr solange Raumfahrt das
    kaum kann.
    Strahlung destabilisiert DNS(Schulwissen) aber
    Chrom3wertig(nicht 6!) heilt diese Wirkung
    (Enzyklopädiewissen) in Spurenelement
    Dosis(0,02mg pro Tag pro Person) enthalten in
    100g Broccoli aber meide Höchstdosis weil
    diese Gewebsentzündung riskiert. Als Schüler
    schrieb ich:“Die Wissenschaft ist zwiespältig denn
    sie erschafft Medizin aber auch Atombombe.“
    Viel Erfolg bei der Friedensplanung.

  2. Bitte schaut Euch das hier mal an und beteiligt Euch an der Diskussion: http://www.energietarife.com/index.php?endlagersuche
    Leider nehmen das einige Zeitgenossen nicht ernst genug, obwohl es ein sehr ernstes Thema ist, dass die Menschheit vielleicht bis ans Ende ihrer Existenz beschäftigen wird. Unsere Politiker möchten das Thema Endlagersuche am liebsten komplett unter den Teppich kehren. Die Langzeitrisiken, die von den gebunkerten Atommüllfässern ausgehen, sind jedoch überhaupt nicht absehbar.

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