Nuclearisation of Africa: Der erste Konferenztag

Radioaktive Tailings. Foto: Dörte Siedentopf / IPPNW

Radioaktive Tailings. Foto: Dörte Siedentopf / IPPNW

Wenige Tage nach der Katastrophe von Fukushima hatten 2011 erste Gespräche des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma mit Russland stattgefunden, bei denen es um den Bau von sechs Atomreaktoren in Südafrika ging. Wer den Zuschlag bekommt, ist auch jetzt noch nicht entschieden, aber es wird an ein Modell nach dem Motto „Build, Own, Operate“ gedacht. Für 20 Jahre wird der Preis für die Kilowattstunde von den Erbauern festgelegt.
Wer befürwortet diesen Plan in einem Land, in dem gegenwärtig fünf Millionen Haushalte ohne Elektrizität leben  müssen? Der Präsident und sein Umfeld, das Energieministerium und die Atomlobby weltweit.

Widerstand dagegen kommt von NGOs, Umweltaktivisten, Gewerkschaften, Kirchen, Universitäten und anderen. Mit dieser Thematik begann das Symposium, organisiert von der Schweizer IPPNW, dem Uranium Network Freiburg und der Federation for a Sustainable Environment aus Südafrika. Etwa 90 Teilnehmer aus afrikanischen Staaten wie dem Niger, Nigeria, Tansania, Ghana u.a. sowie aus Canada, USA, Frankreich, Schweiz u.a. waren gekommen.
In Südafrika lagert die viermal soviel radioaktiver Uran-Müll wie in allen anderen Ländern der Welt zusammen. Das hängt mit dem Abraum der Goldminen zusammen, die seit dem 19. Jahrhundert ausgebeutet wurden. In diesem Abraum kommt immer auch Uran vor!

Die Plenarvorträge und Workshops des ersten Tages befassten sich mit der Situation der Bevölkerung in Südafrika und Australien in der Umgebung der Uranminen und mit der Frage einer „nuklearen Renaissance“. In seinem World Nuclear Industry Status Report warnte Mycle Schneider eindringlich davor, der weltweit agierenden Nuklearindustrie zu glauben. Zu den Reaktoren in Hinkley Point meinte er, das werde Englands nächstes Waterloo, denn selbst die Mitarbeiter mit Aktien haben für einen Ausstieg aus dem Projekt plädiert, aber keine Seite könne das ohne Gesichtsverlust.

Der Tag endete mit einem regenreichen  Gewitter, ein gutes Zeichen für die Tagung, wie uns gesagt wurde. Denn Südafrika wird seit einem Jahr von einer schrecklichen Dürre heimgesucht. Wir fuhren nach Prätoria und folgten der Einladung der Schweizer Botschafterin in ihre Residenz, was eine wunderschöne Möglichkeit bot, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Dörte Siedentopf ist IPPNW Mitglied und besuchte den Kongress „Nuclearisation of Africa“ vom 16.-19. November 2015 in Johannesburg (Südafrika)