Preis “Frieden, Freundschaft und Demokratie” für Dr. Gisela Penteker

Dr. Neşmil Ghassemlou nimmt den Preis entgegen.

Als Menschenrechtsgruppe Türkei der IPPNW nahmen wir an der Verleihung des Preises „Frieden, Freundschaft und Demokratie“ für Dr. Gisela Penteker teil, der am 15. März 2026 im Kongresszentrum Diyabakir durch die dortige Ärztekammer übergeben wurde. Ein großer Wermutstropfen ist, dass Gisela im Kontext mit ihren Aktivitäten für die Menschenrechte der Kurd*innen ein Einreiseverbot in die Türkei hat. Daher nahm unser Gruppenmitglied, Dr. Neşmil Ghassemlou, stellvertretend den Preis entgegen.

Im Rahmen der Anerkennung für Ärzt*innen mit besonderen Verdiensten betonte Dr. Veysi Ülgen als Vorsitzender der Ärztekammer Diyarbakir die wertvolle friedenspolitische Arbeit von Gisela seit fast 30 Jahren. Aufgrund ihrer Initiative haben in dieser Zeit jährliche Besuche der kurdischen Menschenrechtsgruppen in der Türkei statt, schwerpunktmäßig in Diyabakir und Van, aber auch in weiteren Städten. Es entwickelte sich ein regelmäßiger fachlicher wie auch persönlicher Austausch zu Menschenrechtsthemen, Demokratieentwicklung, Ökologie und Frauenrechten.

Veysi Ülgen betonte die Bedeutung der Unterstützung der von Gisela begründeten Gruppe, gerade in Zeiten der zunehmend eingeschränkten Bürger- und Menschenrechte der Bevölkerung.

Seit mehreren Jahren waren Gegenbesuche der kurdischen Freund*innen möglich, die unter großem persönlichen Einsatz, wie wiederholten Verhaftungen aufgrund ihres Engagements, tätig sind.

Insbesondere innerhalb der letzten anderthalb Jahre während der Verhandlungen bezüglich eines Friedensprozesses in der Türkei spielt die solidarische Unterstützung der Demokratiebewegung in der Türkei eine bedeutende Rolle. Dabei machte er deutlich, dass die internationale Solidarität aus den Zivilgesellschaften erfolgen muss, da die Staaten keine Unterstützung leisten.

Als Menschenrechtsdelegation sehen wir unsere Aufgabe darin, von unseren Erfahrungen über die Arbeit der Menschenrechtsgruppen und somit über die menschenrechtliche Situation der kurdischen Bevölkerung – im Sinne einer Zeug*innenschaft – zu berichten. Im Rahmen der Veranstaltung berichteten weitere Kolleg*innen über die gesundheitlichen Folgen in der Region, die seit Langem von Repression betroffen ist. Im Anschluss war Raum für einen inhaltlichen Austausch zwischen den engagierten Kollegen und unsere Delegation.

Wir können als IPPNW sehr stolz sein, dass unserem langjährigem Mitglied Gisela Penteker als erster Person aus dem Ausland dieser renommierte Preis zugesprochen wurde und wir waren sehr froh, als Gruppe diese Feier miterleben zu dürfen. Dies hatte sich auch die hiesige Ärztekammer gewünscht.

Dorothea Zimmermann bereist derzeit mit Mitgliedern des IPPNW-Arbeitskreises “Menschenrechte Türkei” die kurdischen Gebiete im Südosten der Türkei.

Ein Gedanke zu „Preis “Frieden, Freundschaft und Demokratie” für Dr. Gisela Penteker

  1. Hoffentlich macht dieser Preis noch einmal deutlich, wie bedeutsam und bereichernd der gegenseitige Austausch auf Augenhöhe für sie und uns ist. Deshalb plädiere ich trotz enger finanzieller Möglichkeiten, diesen in diesem Herbst fortzusetzen.

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