Der IPPNW-Body Count im Bundestag

Inge Höger und Mitglieder der IPPNW am 26. Januar 2017 in Berlin

Inge Höger und Mitglieder der IPPNW am 26. Januar 2017 in Berlin

Am 26. Januar 2016 befasste sich der Bundestag in einer Plenardebatte mit der Großen Anfrage an die Bundesregierung zu den „Erfahrungen aus 14 Jahren Krieg gegen den Terror – eine Bilanz in Irak, Afghanistan, Pakistan“. Die Anfrage wurde durch die Fraktion der „Linken“ eingebracht. Den Anstoß dazu gab die 2015 international publizierte IPPNW-Metaanalyse: „Body Count – Opferzahlen nach zehn Jahren „Krieg gegen den Terror“.

Die aktuelle Ausgabe des Body Count finden Sie hier zum Download.

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Risiken und Nebenwirkungen der Abschiebepolitik

Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan am 14.12.2016 am Frankfurter Flughafen. Foto: IPPNW

Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan am 14.12.2016 am Frankfurter Flughafen. Foto: IPPNW

Als Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, die schutzsuchende Menschen begleiten und behandeln, erfahren wir täglich von ihren schrecklichen Erlebnissen, die sie zur Flucht veranlasst haben. Wir spüren ihre Angst, wenn sie von Abschiebungen in ihr Herkunftsland hören. Wir spüren die Panik, die sie erfasst, wenn ihnen selbst die Abschiebung angedroht wird. Aus eigener Anschauung wissen wir, dass gewaltsame Abschiebungen schwere Traumata auslösen und bei schon traumatisierten Menschen Reaktualisierungen mit gefährlichen seelischen Folgen hervorrufen.

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Ein trauriger Nachmittag am Flughafen

Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan am 14.12.2016 am Frankfurter Flughafen. Foto: IPPNW

Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan am 14.12.2016 am Frankfurter Flughafen. Foto: IPPNW

Den ganzen Tag waberte es durch die Nachrichten, die erste Massenabschiebung nach Afghanistan sollte heute passieren. Wann? Wo? Alles etwas unklar; es gibt viele Gerüchte. Am Nachmittag kam dann die Nachricht, es sollte der Frankfurter Flughafen sein, 18:40 Abflug, Demo um 17:30 Uhr im Terminal 1, Halle B. Der Frankfurter Flughafen wurde sicher mit Bedacht ausgewählt, ist er als der größte deutsche Flughafen doch so riesig und so unübersichtlich, dass die normalen DemonstrantInnen  keine Chance haben, einen Blick auf die „Abschüblinge“ wie diese Menschen so zynisch genannt werden, geschweige denn auf das Flugzeug zu erhaschen. Aktionen um eine Abschiebung tatsächlich zu verzögern oder gar zu verhindern, sind in diesem Flughafen schlicht unmöglich. Weiterlesen

Niemand flieht aus freien Stücken

Die syrische Geflüchtete Asmaa drückt ihr sechs Monate altes Baby an sich. Sie floh mit ihrer Familie aus ihrem Zuhause in der Nähe von Damaskus und reiste durch Libanon und die Türkei, bevor sie über das Meer nach Griechenland übersetzte. Als das Boot zu sinken drohte, warfen die Passagiere alles über Bord. Die Familie verlor ihr sämtliches Hab und Gut einschließlich ihrer Pässe. © UNHCR/Ivor Prickett

Die syrische Geflüchtete Asmaa drückt ihr sechs Monate altes Baby an sich. Sie floh mit ihrer Familie aus ihrem Zuhause in der Nähe von Damaskus und reiste durch Libanon und die Türkei, bevor sie über das Meer nach Griechenland übersetzte. Als das Boot zu sinken drohte, warfen die Passagiere alles über Bord. Die Familie verlor ihr sämtliches Hab und Gut einschließlich ihrer Pässe. © UNHCR/Ivor Prickett

Es ist gut und ein ermutigendes Zeichen, dass so viele Menschen, gerade auch Ärztinnen und Ärzte sich bereitwillig und spontan an Hilfsaktionen für die Hunderttausenden von Menschen beteiligen, die vor Zerstörung und Not in ihrer Heimat nach Europa und zu uns nach Deutschland geflohen sind. „Hilfsbereitschaft“, gelebte Humanität sind vielleicht die besseren Begriffe hierfür, als die etwas seltsam anmutende „Willkommenskultur“, die ja regierungsamtlich möglicherweise schon recht bald wieder von einer Abschiebungs-Unkultur abgelöst werden wird – Gesetzesverschärfungen sind bereits auf den Weg gebracht, und der Menschlichkeit sollen in Deutschland  rigide Obergrenzen gesetzt werden.

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