Zermürbungstaktik: Der Menschenrechtler Dr. Necdet Ipekyüz vor Gericht

Verwüstung und Straßensperren in Diyarbakir, Sommer 2017. Foto: IPPNW

Verwüstung und Straßensperren in Diyarbakir, Sommer 2017. Foto: IPPNW

In der Nacht brachte uns das Flugzeug nach Diyabakir. Strahlender Sonnenschein mit bis zu 15 Grad Celsius bei unserem Kurzbesuch dort. Dr. Necdet Ipekyüz, einer der wichtigsten ärztlichen Repräsentanten der Zivilgesellschaft in Diyabakir – Gynäkologe, früherer Präsident der Ärztekammer Diyabakir, später vorübergehend auch Leiter des örtlichen TIHV-Behandlungszentrums für Folteropfer, aktiv auch in verschiedenen medizinischen und gesellschaftlichen Organisationen. Wir haben ihn auf unseren Delegationsreisen regelmäßig treffen können. Er steht unter dem absurden Vorwurf, dem Terrorismus Vorschub zu leisten, weil er medizinische Vorträge, unter anderem zum sozialen Trauma der KurdInnen in der Südost-Türkei, vor dem bisher nicht verbotenen Demokratischen Sozialforum gehalten hat. Jetzt droht ihm eine Gefängnisstrafe. Weiterlesen

Türkei: Prozess gegen Menschenrechtler weiter vertagt

Die türkische Menschenrechtlerin Prof. Sebnem Korur Fincanci 2017. Foto: TIHV

Die türkische Menschenrechtlerin Prof. Sebnem Korur Fincanci 2017. Foto: TIHV

Prof. Sebnem Korur Fincanci ist Gerichtsmedizinerin und Vorsitzende der international bekannten türkischen Menschenrechtsstiftung (TIHV). Sie war in den neunziger Jahren führend an der Formulierung des Istanbul-Protokolls zur Untersuchung von Folterspuren beteiligt. Das Istanbul-Protokoll ist mittlerweile ein offizielles UN-Dokument.

Diese mutige Frau, die sich national wie international durch wissenschaftliche Expertise, Mut und Beharrlichkeit einen Namen gemacht hat, hatte sich zusammen mit den Journalisten Erol Önderoglu und Ahmet Nesin im Mai 2016 mit einer Solidaritätsaktion für die pro-kurdische Zeitung Özgür Gündem  eingesetzt. Alle drei sind nun „wegen Propaganda für eine terroristische Organisation“ angeklagt. Ihnen drohen zum Teil mehr als zehn Jahre Haft. Die Zeitung ist mittlerweile verboten. Weiterlesen

A Journey to the Light – Intensive Diskussionen der Studierenden auf dem Weltkongress York

Von Faslane nach York: Studierende setzten radelnd ein Zeichen für den Frieden / August 2017, Faslane. Foto: IPPNW

Von Faslane nach York: Studierende setzten radelnd ein Zeichen für den Frieden / August 2017, Faslane. Foto: IPPNW

Am Wochenende vom 2. und 3. September 2017 fand die Internationale Studierendenkonferenz der IPPNW an der Universität York mit TeilnehmerInnen aus zwölf Ländern statt. Einige Mitglieder der deutschen Delegation reisten bereits am Freitag an und bezogen die Unterkunft in einem ehemaligen Kloster.

Der erste Höhepunkt der Konferenz war die Ankunft der Teilnehmer der IPPNW-Radtour, die von einem internationalen Empfangskomitee am Samstagabend begrüßt wurden. Die 13 Studierenden und ÄrztInnen aus Indien, Pakistan, Nepal, Russland, Kenia, Nicaragua und Deutschland waren in der vorangegangenen Woche unter dem Motto „A Journey from Darkness to Light“ vom schottischen Faslane aus Richtung York aufgebrochen. Täglich bis zu 100 km hinter sich lassend, hatten sie sich auf ihrem Weg mit PolitikerInnen und Interessierten zu Gesprächen und Diskussionen und natürlich zum Tee getroffen. Weiterlesen

Die Bayrische Ärzteinitiative für Flüchtlingsrechte stellt sich vor

IPPNW-ÄrztInnen überreichen die Petition "Keine Abschiebungen nach Afghanistan!" Foto: IPPNW

IPPNW-ÄrztInnen überreichen die Petition „Keine Abschiebungen nach Afghanistan!“ Foto: IPPNW

Die Bayrische Ärzteinitiative für Flüchtlingsrechte (BÄFR) wurde nach einer Besichtigung der Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne in München im Sommer 2013 gegründet, wo wir uns über die Lebensverhältnisse der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) informierten. Sowohl deren Unterbringung als auch das Verfahren zur Alterseinschätzung waren skandalös. Bei ihrem Ankommen in München wurden viele junge Flüchtlinge älter als 18 Jahre gemacht – was zur Folge hatte, dass sie kein Anrecht auf Leistungen der Jugendhilfe hatten. Verbesserung der Lebenssituation der UMF, Kritik der gängigen Praxis der Alterseinschätzung und Aufzeigen von Alternativen waren danach unsere Themen. Weiterlesen