Die rechtliche und sprachliche Ausgrenzung Asylsuchender: Asylrechtsverschärfungen und Entmenschlichung

Flüchtlingslager in Slavonski Brod, Kroatien. Foto: Conrad Matthes/IPPNW

Slavonski Brod, Kroatien. Foto: Conrad Matthes/IPPNW

Anlass für diesen Beitrag war die mehrfache Verschärfung des Asylrechts im letzten halben Jahr, der zunehmend legislativ implementierte Bruch internationalen Rechts in Europa, sowie das Erstarken rechtsnationaler und faschistischer Parteien und Argumentationen in Europa. Dazu kommen eigene Erlebnisse des letzten Jahres. Im Winter bin ich, wie viele tausend andere in viel größerem Maße, den Menschen die in Europa in verschiedenen auf der Flucht sind, mit solidarischer Hilfe begegnet. Freunde von mir haben als sogenannte „Flüchtlinge“ die Grenzen Europas überwunden. Sie wurden dazu gezwungen, weil sie woanders geboren wurden. Weiterlesen

Flucht – Auf der Suche nach den Ursachen

Rüstungsexport und Waffenhandel: Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge" Veranstaltung in der Berliner Urania am 27.01.2016, Foto: Christine Hoffmann

„Rüstungsexport und Waffenhandel: Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge“ Veranstaltung in der Berliner Urania am 27.01.2016, Foto: Christine Hoffmann

Nicht nur in Deutschland ist das polarisierende Thema Flucht tagtäglich in den
Nachrichten und in unserem alltäglichen Leben präsent. In ganz Europa sind die Länder
damit beschäftigt, der Flüchtlingskrise Herr zu werden und die Strukturen für eine
gelungene Aufnahme und Integration von Geflüchteten zu optimieren. Leider wird jedoch viel zu selten über die Ursachen gesprochen, wenn es um das Thema Flucht geht, obwohl die beiden Diskurse unweigerlich eng miteinander verknüpft sind.
Ein Forum für die Diskussion über die Ursachen von Flucht und Vertreibung bot die
Veranstaltung „Rüstungsexport und Waffenhandel: Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge“ in
der Urania am 27.01.2016. Weiterlesen

Vor Ort auf Lesbos: Das Versagen europäischer Einwanderungspolitik

Auf Lesbos: Schwimmwesten säumen den Strand

Auf Lesbos: Schwimmwesten säumen den Strand

Der Medizinstudent Conrad Matthes ist mit dem Austausch-Programm “famulieren und engagieren” derzeit für zwei Monate in Izmir (Türkei). Ein Wochenende nutzte er, um sich vor Ort ein Bild von der Situation von auf der griechischen Insel Lesbos ankommenden Geflüchteten zu machen. Über seine Gespräche mit Geflüchteten und Helfenden berichtet er hier:

Am Samstag habe ich mich auf den Weg Richtung Ayvalik gemacht, von wo die Fähre am Abend nach Lesbos fährt. Lesbos ist eine griechische Insel in der Ägäis und an drei Seiten einklemmt vom türkischen Festland. Im Norden der Insel sind es etwa zehn Kilometer zwischen beiden Ufern. Es ist wunderschön hier, sehr hügelig und es gibt feine kieselige Strände wie ich sie mag. Das Wasser ist tiefblau und man könnte es auch mit dem Bild aus Thailand verwechseln, dass mir eine Freundin heute geschickt hat. Die Stühle und Tische der Restaurants stehen schon so nah am Wasser, dass man während des Essens fast die Füße umspült bekommt. Aber die Idylle trügt in diesen Tagen etwas. Weiterlesen

Ich sehe die Menschen hier und lese dazu die Nachrichten über Freital

Auf Chios: Wäsche von Flüchtlingen hängt zum Trocknen im Park.

Auf Chios: Wäsche von Flüchtlingen hängt zum Trocknen im Park.

Der Medizinstudent Conrad Matthes ist mit dem Austausch-Programm “famulieren und engagieren” derzeit für zwei Monate in Izmir (Türkei). Hier war er auch zu Gast  in dem Krankenhaus, in dem syrische Migranten behandelt werden. Er besuchte außerdem die griechische Insel Chios, wo er mit Flüchtlingen ins Gespräch kam, die sich in andere europäische Länder durchschlagen wollten:

Am Donnerstag und Freitag habe ich zwei Vormittage in der „syrischen“ Poliklinik in Izmir verbracht. Sie befindet sich passenderweise im Stadteil Basmane, wo die meisten Menschen aus Syrien leben. Auch hier gilt: Money talks – die Spanne zwischen Daumen und Zeigefinger bestimmt, wer wo unterkommt. Und so schlafen Menschen auf der Straße neben den Moscheen, während andere in Hotels unterkommen. Und das alles nebeneinander. In der Poliklinik habe ich Dr. Deniz mit einer Krankenschwester und dem Übersetzer Murat begleitet. Die meisten PatientInnen befinden sich irgendwo im Lebensabschnitt zwischen ungeboren und zehn Jahren. Da niemand Englisch spricht, beschränke ich mich aufs Zuschauen. Einigen PatientInnen sieht man die Strapazen sehr an, sie wirken niedergeschlagen und angestrengt. Die meisten, denen ich begegnet bin, haben allerdings einen guten Eindruck auf mich gemacht. In die Poliklinik kommen nur registrierte SyrerInnen, die dazu tendieren, bis zur Rückkehr nach Syrien in der Türkei zu bleiben. Die Ausstattung der Poliklinik beschränkt sich auch hier auf einfache Mittel. Allerdings ist Dr. Deniz bei der Überweisung in die Krankenhäuser nicht zimperlich, so dass die meisten hoffentlich eine gute weiterführende Behandlung erhalten. Weiterlesen