Die Einstellung zum Atomwaffenstützpunkt ändert sich langsam

Am Fliegerhorst Büchel

Am Fliegerhorst Büchel

Nach langer Fahrt mit zwei Transportautos aus Hamburg für alle wichtigen Materialien zum Campaufbau für die IPPNW-Woche in Büchel sind wir nun an unserem schon vertrauten Ort angekommen. Und was empfing uns? Das röhrende Kriegsgedröhne der lärmenden Tornados, die im Rahmen der atomaren Teilhabe immer noch recht ungestört ihre Kriegsübungsflüge absolvieren. Das ging bis in die späten Abendstunden hinein, ein sonst friedlicher stiller Abend mit letzten wärmenden Sonnenstrahlen wurde immer wieder schier unterbrochen. Mir wurde gleich bewusst, warum wir nun hier sind: David gegen Goliath? Die Völkerrechtswidrigkeit ihres Tuns müssen wir ständig weiter delegitimieren. Deshalb setzen wir vor Ort ein unübersehbares Zeichen durch unsere Anwesenheit. Die IPPNW-Woche läutet in diesem Jahr die Höhepunkte der 20-wöchigen Aktionspräsenz ein.

Es ist kühl hier, auch nass, entsprechende Kleidung sollte in jeden Fall mitgebringen, wer am Wochenende und nächste Woche zur IPPNW-Woche kommen wird. Etwa 50 Personen haben ihre Beteiligung fest angemeldet, erfahrungsgemäß werden noch einige mehr dazu kommen. Ob wir mehr werden als im letzten Jahr, hängt von Euch Leserinnen und Lesern ab, auf jeden Fall beteiligen sich mehr jüngere IPPNW-Mitglieder als im vorigen Jahr. Schön!

Toll wäre, wenn wir unter der Woche und zum Abschluss noch mehr werden. Wir können in die Region, wir können auch darüber hinaus wirksam werden und wahrgenommen werden. Ein bunter Strauß verschiedener Aktionen und Veranstaltungen warten auf Euch, Ihr könnt selbst aktiv werden und nachher aus Büchel zu Hause in Eurer Umgebung berichten.

Auch kurzfristig kann man immer noch kommen. Wer in der Nähe wohnt auch ganz spontan. Wir sind vor dem Haupttor des Fliegerhorstes zu finden. Was wir erfahren haben ist, dass die Militärs von sich aus ihre „Sicherheitszone“ um den Fliegerhorst ausgeweitet haben, auf welcher gesetzlichen Grundlage ist völlig unklar. Offensichtlich stellen wir ein Ärgernis dar durch unsere stetige Mahnung. Die Zustimmung aus der unmittelbaren Region, so die Aussage der Aktiven, nimmt langsam, aber stetig zu. Der Friedensnobelpreis und die zunehmende Beteiligung von Vertretern der großen christlichen Konfessionen scheinen Veränderungen in der Einstellung zum Atomwaffenstützpunkt zu bewirken. Dazu können wir als Ärztinnen und Ärzte beitragen.

Viele, die letztes Jahr hier in Büchel vor Ort waren, sind beeindruckt, neu motiviert und mit neuem Elan nach Hause gefahren. Die kommende IPPNW-Woche ist sozusagen auch die Tankstelle für Energie, die wir für unseren langanhaltenden Widerstand gegen die das Völkerrecht brechende Atomwaffen brauchen und uns immer wieder schaffen müssen. Wir sind nicht so bedeutungslos und ohnmächtig, wie es immer wieder von interessierter Seite über uns gezeichnet wird.

Ernst-Ludwig Iskenius

Alle Infos zur Aktionswoche und das Programm unter:
www.ippnw.de/aktiv-werden/termine/ippnw-aktionswoche-in-buechel.html

Friedensnobelpreisverleihung in Oslo

Social Happening für die ICAN Campaigner am 9. Dezember 2017 in Oslo, Foto: Ralf Schlesener

Am 6. Oktober 2017 gab das Nobelpreiskommittee bekannt, dass der Friedensnobelpreis dieses Jahr an ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) vergeben wird. Traditionell wird der Preis am 10. Dezember verliehen, dem Todestag von Alfred Nobel. Dieser hat in seinem Testament drei Kriterien festgelegt, anhand derer die PreisträgerInnen ausgewählt werden soll: Der Preis solle an denjenigen vergeben werden der/die erstens am besten auf die Verbrüderung der Völker, zweitens auf Abrüstung und Waffenkontrolle hingewirkt hat und sich drittens für die Förderung von Friedenskongressen eingesetzt hat. ICAN hat den Preis dieses Jahr voll und ganz verdient, wie Berit Reiss-Andersen, Vorsitzende des Nobelpreiskommittes so wunderbar in ihrer Rede bei der Verleihung sagte: „ICAN works vigorously to achieve nuclear disarmament. ICAN and a majority of UN member states have contributed to fraternity between nations by supporting the Humanitarian Pledge. And through its inspiring and innovative support for the UN negotiations on a Nuclear Weapon Ban Treaty, ICAN has played an important role in bringing about what in our day and age is equivalent to an international peace congress.” Dieses Gefühl, dass wir auf dem absolut richtigen Weg sind, war während des gesamten Wochenendes, das ich in der Gemeinschaft von vielen ICAN CampaignerInnen in Oslo verbringen durfte, zu spüren. Weiterlesen

Klimawandel, Gewalt und Gesundheit

Global Health Summerschool „Climate Change, Violence and Health“ in Berlin 2017, Foto: IPPNW

Sechs erfüllte Tage: Bei der Global Health Summer School vom 19.-26. August 2017 in Berlin trafen sich Studierende aus der ganzen Welt, um über drängende globale Fragen zu diskutieren.

Tag 1 Dem herzlichen Willkommen durch das Orga-Team der Summer School folgte eine Gruppenbildungs-Sitzung, die die Basis für die wunderbare Atmosphäre während der Woche bildete. Nachmittags diskutierten, forschten und informierten wir uns über die Globalisierung und ihre Auswirkungen sowie die Begriffe öffentliche, globale und internationale Gesundheit. Unser Ergebnis: „Während globale und internationale Gesundheit sehr ähnlich sind, umfasst öffentliche Gesundheit die Prävention und Behandlung von Gesundheitsproblemen in einer bestimmten Umgebung (lokal)“ – im Gegensatz zu den vorigen Begriffen, die einen weltweiten Geltungsanspruch haben. Weiterlesen

Human Rights, Future Generations & Crimes in the Nuclear Age

Konferenz "Human Rights, Future Generations & Crimes in the Nuclear Age" in Basel 2017, Foto: Günter Baitsch

Konferenz „Human Rights, Future Generations & Crimes in the Nuclear Age“ in Basel 2017, Foto: Günter Baitsch

Die IPPNW, IALANA, uranium-network.org und CIDCE organisierten vom 14. bis 17. September 2017 in Basel die Konferenz Human Rights, Future Generations & Crimes in the Nuclear Age. Hier trafen ÄrztInnen, AnwältInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen aufeinander; mit dabei waren auch unsere Gäste Anthony Lyamunda und Wilbert Mahundi aus Tanzania, sowie Almoustapha Alhacen aus Niger.

Es ging einerseits um die Gefahren von Atomwaffen, mögliche Einsatzmomente und ihre Abschaffung. Andererseits wurden die oft verharmlosten Risiken radioaktiver Strahlung, insbesondere der sogenannten „Niedrigstrahlung“ mittels wissenschaftlicher Untersuchungen dargelegt. Sowohl die Atomkraft als auch die Nutzung von Atomwaffen ist angesichts der inzwischen hinreichend belegten und bekannten Gefahren eine massive Menschenrechtsverletzung und damit kriminell. Weiterlesen