Die Mauer ist überall – 50 Jahre Besatzung

Aktion an der Mauer 2016. Foto: IPPNW

Aktion an der Mauer 2016. Foto: IPPNW

Die seit 2003 gebaute Mauer in Form von acht Meter hohen Betonblöcken – erhöht durch teilweise elektrifizierten Stacheldraht, manchmal auch ersetzt durch mehrreihige Stacheldrahtzäune, gesichert durch israelische Soldaten in Wachtürmen – grenzt nicht nur Israel entlang der etwa 200 km langen Grenze von vor 1967 von der Westbank ab. Über einer Distanz von etwa 700 km durchzieht sie die gesamte Westbank bzw. zerteilt sie in Einzelteile. Besonders im Norden, Osten und Süden Jerusalems ist die Mauer allgegenwärtig und fast immer in Sichtweite. Passierbar ist sie für Palästinenser nur mit speziellen Permissions an den schwer gesicherten Checkpoints, von denen es in der Westbank insgesamt über 500 gibt. Weiterlesen

Hebron heißt Freund – Ein Tag in Palästina

Abraham-Moschee in Hebron. IPPNW-Reise nach Israel/Palästina 2016. Foto: IPPNW

Abraham-Moschee in Hebron. IPPNW-Reise nach Israel/Palästina 2016. Foto: IPPNW

Hebron ist eine Stadt im südlichen Westjordanland. Ich steige aus dem Bus aus und werde von einer sehr netten Frau mit Arztkittel und Kopftuch empfangen, die mir – wie meistens zur Begrüßung – arabischen Kaffee anbietet (der ist etwas stärker und riecht nach Kardamon). Sie arbeitet im Hebron Emergency Center. Ein Mitarbeiter stellt uns die Arbeit im Zentrum vor. Davor habe ich im Bus erfahren, dass Hebron seit 1996 in zwei Teile geteilt ist: H1 und H2. Im H1-Gebiet wohnen Palästinenser, im H2-Gebiet auch Israelis. Das Emergency Center ist eine soziale Einrichtung für die Akutversorgung, wird uns berichtet. Weiterlesen

Leben in Hebron: Wer bleibt, wird zermürbt

Hashem vor seinen Olivenbäumen.

Hashem vor seinen Olivenbäumen. Foto: Sonja Siegel

Die Medizinstudentin Sonja Siegel ist mit dem Austauschprogramm “ famulieren und engagieren“ derzeit für zwei Monate in Bethlehem. Hier berichtet sie über einen besonderen Besuch in Hebron:

Am Sonntag war ich erneut in Hebron. Nachdem ich das letzte Mal eine Tour mit ehemaligen israelischen Soldaten mitgemacht hatte, war ich diesmal mit einem palästinensischen Führer unterwegs: Hashem. Die anderen deutschen Famulanten und ich hatten ihn vergangenen Dienstag im Alternative Information Center kennengelernt, als seine Frau und er über die Situation in Hebron auf der Shuada-Street berichteten. Weiterlesen

12 Wochen im „Heiligen Land“

Prozession am Palmsonntag, mit Tausenden, die vom Ölberg herunter zum Löwentor nach Jerusalem pilgern.

Prozession am Palmsonntag, mit Tausenden, die vom Ölberg herunter zum Löwentor nach Jerusalem pilgern. Foto: Monika Schwarzenböck

Seit Anfang Februar bin ich (im normalen Leben Pastoralreferentin in der Klinikseelsorge) in Palästina, im Dorf Qubeibah-Emmaus, ca 12 km von Jerusalem entfernt. Ich habe hier 10 Wochen als Volontärin in einem Pflegeheim für gehandicapte, oft psychisch erkrankte und alte Frauen mitgearbeitet, und war in meiner Freizeit  viel in den erreichbaren Orten der Westbank und in Jerusalem  unterwegs, zu Fuß oder mit den öffentlichen Kleinbussen. Das ist auf Zeit ein Leben als Grenzgänger. Weiterlesen