Rasanten Veränderungen unterworfen – Abschied von Diyarbakir

Syrische Flüchtlingskinder: Unterricht im Frauenzentrum in Diyarbakir. Foto: Gisela Penteker/IPPNW

Syrische Flüchtlingskinder: Unterricht im Frauenzentrum in Diyarbakir. Foto: Gisela Penteker/IPPNW

Wir sind alle wohlbehalten zurück in Deutschland, nach einer Reise voller Begegnungen, Informationen und Emotionen.

In Diyarbakir hatten wir noch zwei sonnige Tage und genossen die schöne Altstadt, die sich rasant verändert. Immer mehr historische Häuser aus schwarzem Basalt mit weißen Fugen werden restauriert und als Museen oder Kaffees genutzt. Große Teile werden abgerissen, die Menschen in Neubauten außerhalb des Stadtzentrums umgesiedelt.

Beim Frauenzentrum Dikassum erfuhren wir, dass sich viele Flüchtlinge aus Syrien/Rojava im Viertel befinden, auch aus Aleppo. Die Jesiden aus Sengal sind alle im Lager Findikli untergekommen, das wir besucht haben. Weiterlesen

Von Diyarbakir nach Suruc: Ein Blick auf Kobane

Das staatliche Flüchtlingslager bei Suruc. Foto: IPPNW

Das staatliche Flüchtlingslager in Suruc. Foto: IPPNW

Wir fahren von Diyarbakir (Amed) nach Suruc über Urfa. Es ist ungewöhnlich kalt. Es schneit. Die Steine in dieser weiten und felsigen Landschaft wirken wie mit Puderzucker bestreut. Dazwischen kleine Ortschaften mit Schafherden.

Auf halber Strecke Richtung Urfa passieren wir die Stadt Siverek. Dort wurde 1998 der Musa Anter-Friedenszug von Brüsssel nach Diyarbakir vom türkischen Militär gestoppt und nach Istanbul zurück eskortiert. Zwei aus unserer Gruppe, Nesmil und Gisela, hatten damals daran teilgenommen. Siverek ist bekannt durch den Clan der Bucaks, dessen Mitglieder für Verflechtungen mit dem sogenannten tiefen Staat bekannt geworden sind. Weiterlesen

Hilfe für jesidische Waisen

Nora Kizilhan im Flüchtlingscamp Xanki

Nora Kizilhan im Flüchtlingscamp Xanki

Wir, zwei Schwestern aus Berlin und Detmold haben uns auf den Weg in den Nordirak gemacht, nach Dohuk, das in der kurdischen Autonomieregion liegt. Seit Anfang August, als die Bilder über die ethnische Säuberung der Jesiden in Sengal um die Welt gingen, lassen uns diese Eindrücke nicht mehr los. Wir selbst sind jesidischer Abstammung, aber wir sind in Deutschland aufgewachsen und fühlen uns als Deutsche. Die Bilder, das unendliche Leid unserer Verwandten im Irak, die wir meist noch gar nicht persönlich kennen, verfolgt uns. Deshalb haben wir uns entschlossen, etwas zu tun. Weiterlesen

Schritte zum Frieden müssen schon im Krieg beginnen

Ein Kind im nicht offiziellen Flüchtlingscamp Xanki. Der yezidische Großgrundbesitzer Ali Ezid hatte sein Feld zur Verfügung gestellt und kümmert sich laufend um die Angelegenheiten der Flüchtlinge.

Ein Kind im nicht offiziellen Flüchtlingscamp Xanki. Der yezidische Großgrundbesitzer Ali Ezid hatte sein Feld zur Verfügung gestellt und kümmert sich laufend um die Angelegenheiten der Flüchtlinge. Foto: Sakine Kizilhan

„Wir müssen die Flüchtlinge hier im Nordirak über den Winter bringen“, sagen übereinstimmend alle Mitarbeiter in den zahlreichen Flüchtlingscamps um die kurdischen Städte Dohuk und Erbil. Es fehlt an winterfesten Zelten, Matratzen, Decken, warmer Kleidung und hygienischen Einrichtungen wie Toiletten und Duschen. „Wenn wir das nicht schaffen, werden die Menschen in den kalten Wintermonaten schwer erkranken, besonders die Kleinkinder“, erklärt Dr. Naram, eine Gynäkologin, die regelmäßig Flüchtlingslager besucht. Die Zahl der seit dem 10. Juni 2014 (Einnahme von Mossul durch die ISIS) vertriebenen Flüchtlinge wird in dem Bericht des Rates der Assyrer in Europa auf insgesamt 900.000 geschätzt, es handelt sich um Christen und andere Vertriebene aus Mossul, Binnenflüchtlinge aus der Ninive-Ebene sowie Yeziden und Turkmenen aus Sengal, Zummar und Tel-Afar. Weiterlesen