Krieg gegen die Kurden

Cizre am 5. Oktober 2015. Foto: Mesut Onay

Cizre am 5. Oktober 2015. Foto: Mesut Onay

Seit Juli 2015 hat die AKP-Regierung unter ihrem Vorsitzenden und Staatschef Recep Tayyip Erdoğan den Krieg gegen seine eigene kurdische Bevölkerung wieder aufgenommen. Schon im April desselben Jahres hatte er die Gespräche, die sein Geheimdienst auf der Insel Imrali mit Abdullah Öcalan führte, abgebrochen und den Führer der PKK in die totale Isolation zurückgeschickt. Seitdem haben weder seine Familie noch seine Rechtsanwälte oder Abgesandte der HDP Kontakt zu ihm. Der Krieg, der derzeit nicht nur im türkischen Südosten, Nordkurdistan, wütet, sondern auch auf die Rückzugsgebiete der PKK in den Kandilbergen des Irak ausgedehnt worden ist, wird von der türkischen Armee mit äußerster Brutalität und ohne Rücksicht auf die Regeln des humanitären Völkerrechts geführt. Weiterlesen

Interview mit Norman Paech

Neues Leben: Sie waren an Bord des türkischen Schiffes „Mavi Marmara“. Wie haben Sie den Überfall der israelischen Soldaten auf den Hilfskonvoi erlebt?

Prof. Dr. Norman Paech: Mich haben heftige Detonationen und Explosionen aufgeweckt, die ich gar nicht lokalisieren konnte. Ich bin aufgesprungen und habe mich angezogen. Und dann kam schon mein Mitreisender Nadel El Sakar auf mich zu und sagte „Die Israelis sind um uns, seit zehn Minuten werden wir von Schlauchbooten mit Soldaten umkreist.“ Wir hörten Schüsse oben auf dem obersten Deck und auch Lärm, offensichtlich von Hubschraubern. Es wurden schon bald israelische Soldaten heruntergetragen, die entwaffnet worden waren und noch Kleidung an hatten. Sie wurden in den Raum getragen, der wie ein Lazarett ausgestattet war, damit dort mögliche Verwundete behandelt werden konnten. Diese Soldaten schienen mir, bis auf einen, nicht verwundet zu sein. Ich habe kein Blut bei ihnen gesehen und habe das mit meinem Fotoapparat dokumentiert.

Interview mit Norman Paech in der türkischen Zeitung Günlük Evrensel Gazetesi

Regierung muss das Stillschweigen beenden

Mit unserer Aktion gegen die Gaza-­Blockade wollten wir die Staatenwelt aufwecken und Druck erzeugen, damit Israel die Abriegelung aufgibt. Die Bundesregierung muß ihr Stillschweigen beenden und ihre offene Kollaboration mit Israels Premier Benjamin Netanjahu aufgeben. Politik ist, wenn gehandelt wird, reden hilft da nicht viel. Deshalb wird versucht, im Herbst eine neue, noch größere Solidaritätsflotte nach Gaza zu starten.

Interview mit Norman Paech in der Jungen Welt

Landung in Schönefeld

Matthias Jochheim (IPPNW), Norman Paech, (Beirat IPPNW), Nadel El Sakka (Palästinensiche Gemeinde Deutsche), Inge Höger und Annette Groth (Die Linke) sind um 9.44 Uhr am Flughafen Schönefeld gelandet.

Über einen Pressetermin wird zeitnah informiert.