Hebron heißt Freund – Ein Tag in Palästina

Abraham-Moschee in Hebron. IPPNW-Reise nach Israel/Palästina 2016. Foto: IPPNW

Abraham-Moschee in Hebron. IPPNW-Reise nach Israel/Palästina 2016. Foto: IPPNW

Hebron ist eine Stadt im südlichen Westjordanland. Ich steige aus dem Bus aus und werde von einer sehr netten Frau mit Arztkittel und Kopftuch empfangen, die mir – wie meistens zur Begrüßung – arabischen Kaffee anbietet (der ist etwas stärker und riecht nach Kardamon). Sie arbeitet im Hebron Emergency Center. Ein Mitarbeiter stellt uns die Arbeit im Zentrum vor. Davor habe ich im Bus erfahren, dass Hebron seit 1996 in zwei Teile geteilt ist: H1 und H2. Im H1-Gebiet wohnen Palästinenser, im H2-Gebiet auch Israelis. Das Emergency Center ist eine soziale Einrichtung für die Akutversorgung, wird uns berichtet. Weiterlesen

Leben in Hebron: Wer bleibt, wird zermürbt

Hashem vor seinen Olivenbäumen.

Hashem vor seinen Olivenbäumen. Foto: Sonja Siegel

Die Medizinstudentin Sonja Siegel ist mit dem Austauschprogramm “ famulieren und engagieren“ derzeit für zwei Monate in Bethlehem. Hier berichtet sie über einen besonderen Besuch in Hebron:

Am Sonntag war ich erneut in Hebron. Nachdem ich das letzte Mal eine Tour mit ehemaligen israelischen Soldaten mitgemacht hatte, war ich diesmal mit einem palästinensischen Führer unterwegs: Hashem. Die anderen deutschen Famulanten und ich hatten ihn vergangenen Dienstag im Alternative Information Center kennengelernt, als seine Frau und er über die Situation in Hebron auf der Shuada-Street berichteten. Weiterlesen

12 Wochen im „Heiligen Land“

Prozession am Palmsonntag, mit Tausenden, die vom Ölberg herunter zum Löwentor nach Jerusalem pilgern.

Prozession am Palmsonntag, mit Tausenden, die vom Ölberg herunter zum Löwentor nach Jerusalem pilgern. Foto: Monika Schwarzenböck

Seit Anfang Februar bin ich (im normalen Leben Pastoralreferentin in der Klinikseelsorge) in Palästina, im Dorf Qubeibah-Emmaus, ca 12 km von Jerusalem entfernt. Ich habe hier 10 Wochen als Volontärin in einem Pflegeheim für gehandicapte, oft psychisch erkrankte und alte Frauen mitgearbeitet, und war in meiner Freizeit  viel in den erreichbaren Orten der Westbank und in Jerusalem  unterwegs, zu Fuß oder mit den öffentlichen Kleinbussen. Das ist auf Zeit ein Leben als Grenzgänger. Weiterlesen

Brief an meine Freunde in Israel und Palästina

Dr. Alex Rosen, Kinderarzt aus Düsseldorf und Mitorganisator der IPPNW-Bike-Tour durch Japan 2012

Dr. Alex Rosen, Kinderarzt und stellvertretender Vorsitzender der IPPNW

Liebe Freunde in Israel und Palästina,

wenn ich sage, dass ich in an einen gerechten Frieden zwischen Israelis und Palästinensern glaube, sagt ihr ich sei naiv, dass ich nicht wisse, wovon ich rede, dass ich die Realität vor Ort nicht kenne.

Wenn ich sage, dass die Regierenden in Israel und Palästina Verantwortung für die Leben und die Sicherheit aller Bürger übernehmen, diesen Krieg beenden, das Schießen aufhören, ihre Hände ausstrecken und einen Weg aus dieser Misere aushandeln müssen, sagt ihr: „Du bist verrückt! Guck dir dieses Video an, wie israelische Soldaten unschuldige Kinder erschießen!“ oder „Wie kannst du so töricht sein! Guck dir dieses Video an, wie Hamas-Kämpfer Israelis aus dem Hinterhalt abschießen!“ Ihr zeigt mir Äußerungen von Hamas-Politikern, die zur Vernichtung Israels aufrufen oder Knesset-Abgeordnete, die palästinensische Kinder als Schlangen bezeichnen und ihren Müttern den Tod wünschen. Ihr schickt mir Bilder brutaler Morde, verbrannter Körper, schießwütiger Soldaten und maskierter Männer mit Blut an ihren Händen. Weiterlesen