Das Recht auf Bewegung

Right to Movement

Graffiti an der Mauer in Bethlehem

Ich steige aus dem Auto und tauche ein in die Welt des Laufsports. Meine Laufgruppe wartet noch auf ein paar Nachzügler, bevor es losgeht. Die Jungs machen gerade ihre Laufuhren zur Distanzmessung bereit, die Mädels daneben laden noch schnell die richtige Musik auf ihre iPods. Wortfetzen erreichen mich und singen das immer gleiche Lied der Läuferszene: „Ich fühl‘ mich heute irgendwie müde“, „Wie viele Kilometer hast du das letzte mal geschafft?“, „Warum ist er denn heute nicht dabei?“. Die bunt gekleidete Läuferin neben mir beklagt sich über die unvorteilhafte Passform ihrer Leggins und ihre Freundin tätschelt den aufgeregten kleinen Hund, während dessen eigentlicher Besitzer sich noch schnell erleichtern geht. „Los geht’s! Wir sind komplett.“ Die Gruppe setzt sich in Bewegung. Weiterlesen

Palästina im „Fröhlichen Hafen“

Weltsozialforum in Porto Alegre 2012

Porto Alegre, deutsch: „Fröhlicher Hafen“, ist eine große Hafenstadt im Süden Brasiliens, und in den sozialen Bewegungen bekannt geworden als Stadt der ersten „Weltsozialforen“, den globalen Treffen der zivilgesellschaftlichen Aktiven für Demokratie, Frieden, und soziale Gerechtigkeit. Diese Foren wurden ursprünglich initiiert als Kontrapunkt zu den jährlichen Konferenzen im schweizerischen Davos, wo die Mächtigen dieser Erde aus Finanzwelt und Regierungslagern zusammenkommen, um die weitere Umsetzung neoliberaler Strategien zu planen und ihre Machtkartelle zu stabilisieren.
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„Wir weigern uns Feinde zu sein“: Begegnungsreise nach Palästina

Sabine Farrouh 2010 in Palaestina

Sabine Farrouh 2010 in Palästina. Sabine Farrouh ist Anästhesistin & Palliativmedizinerin und Vorstandsmitglied der IPPNW.

„You are the voice oft he voiceless – Ihr seid die Stimme derjenigen, die keine Stimme haben“, das sagte uns eine unserer Gastgeberinnen zum Abschied. „Es ist wichtig, dass Ihr kommt und in Europa berichtet, wie wir hier leben!“

Und wir versprachen wieder zu kommen und zu zeigen, was man sich in der ganzen Dimension nicht vorstellen kann, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat – selbst wenn man sich, wie ich, jahrelang mit der Thematik beschäftigt hat. Die Palästinenser leiden vielfältig unter der Besatzung und haben das Gefühl, es interessiert die Welt nicht mehr.

Mittlerweile leben 650.000 Siedler auf palästinensischem Land (in den im Oslo Abkommen vereinbarten Grenzen nach 1967), wobei die 300.000 in und um Jerusalem von israelischer Seite nicht mehr als Siedler bezeichnet werden. Weiterlesen

Free-Gaza-Resümee

Nun, da das letzte Schiff unserer Flotte, die »Rachel Corrie« aus Irland, von der israelischen Kriegsmarine aufgebracht und nach Aschdod entführt worden ist, können wir ein kurzes und vorläufiges Resümee ziehen. Und dieses kann durchaus lauten, dass das Projekt gescheitert ist: Wir haben die 10000 Tonnen ziviler und humanitärer Güter nicht an ihr Ziel nach Gaza bringen können. Sie waren dafür gedacht, den Wiederaufbau voranzubringen. Die Frachtschiffe sollten auch dringend benötigtes medizinisches Gerät, welches Israel nicht durch die hermetisch abgeriegelte Grenze lässt – wie Rollstühle, eine vollständige Zahnarztpraxis und Tonnen von Medikamenten – sowie Unterrichtsmaterial für die Kinder nach Gaza liefern. Die wiederholten Anschuldigungen, es sei beabsichtigt worden, auch Waffen zu schmuggeln, haben sich definitiv als falsch erwiesen. Denn alle Frachter wurden von den Israelis in Aschdod gelöscht, nicht eine Rakete oder Pistole wurde gefunden.

Artikel in der Jungen Welt vom 16. Juni 2010