Zweiter Prozesstag: Das Verfahren gegen Dr. med. Serdar Küni in Sirnak

Mitglieder der Menschenrechtsstiftung protestieren gegen die Inhaftierung Serdar Künis, April 2017. Foto: Sendika.org/Twitter

Mitglieder der Menschenrechtsstiftung protestieren gegen die Inhaftierung Dr. Serdar Künis, April 2017. Foto: Sendika.org/Twitter

Während der 80-tägigen Ausgangssperre zu Beginn des Jahres 2016 hat Dr. Serdar Küni als Arzt im Gesundheitszentrum Cizre in der Südost-Türkei gewirkt. Dort versorgte er Verwundete medizinisch, ohne ihre Namen an die militärischen Stellen weiterzuleiten. Dieses Verhalten wirft man ihm nun als „Unterstützung von Terroristen“ vor. Am 19. Oktober 2016 wurde er verhaftet und des Terrorismus angeklagt. Dr. Serdar Küni war als Präsident der dortigen Ärztekammer und Repräsentant der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) sehr bekannt und beliebt. Der erste Prozesstag endete mit der Fortsetzung seiner Haft (siehe gemeinsame Presseerklärung von IPPNW und Connection e.V vom 14. März und meinen Prozessbericht vom 17. März 2017). Weiterlesen

Das Verfassungsreferendum

Flugblattaktion zum Referendum in Kiziltepe mit Teilnehmerinnen der IPPNW-Delegation, Foto: IPPNW

Flugblattaktion zum Referendum in Kiziltepe mit Teilnehmerinnen der IPPNW-Delegation, Foto: IPPNW

Am 16. April 2017 stimmt das türkische Volk über die Verfassungsänderungen ab, die Präsident Erdogan zum Alleinherrscher machen sollen. Die Änderungen von 18 Paragraphen haben alle nur ein Ziel: die Macht im Land auf den Präsidenten zu konzentrieren. Weiterlesen

Das Diyarbakir, das wir lieben, scheint für immer verloren

Zerstörte Stadtviertel in Diyarbakir, Foto: IPPNW

Zerstörte Stadtviertel in Diyarbakir, Foto: IPPNW

Diyarbakir, die Hauptstadt der Kurden, die die Stadt Amed nennen, liegt auf einem Basaltplateau über dem Tigristal. Siedlungen an dieser Stelle sind seit 10.000 Jahren nachgewiesen. Die heutige Stadtmauer, die die längste erhaltene Mauer nach der chinesischen sein soll, stammt aus römischer Zeit. Bis weit ins 20. Jahrhundert war das Stadtgebiet auf die Altstadt Sur (Surici) innerhalb der Mauern begrenzt. Erst mit der Landflucht und in den neunziger Jahren mit der Vertreibung der Kurden aus den Dörfern expandierte die Stadt nach Nordwesten und hat heute mehrere Millionen Einwohner. Die Binnenvertriebenen aus den Dörfern siedelten sich oft innerhalb der Stadtmauer oder in ihrer Nähe an. Dabei entstand ein dichtes Gewirr von engen Gassen, überdachten Basaren und Werkstätten.

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Besuche in der Provinz

Flugblatt zum Referendum in Kiziltepe verteilt in Kurdisch, IPPNW-Delegationsreise in die Türkei, März 2017, Foto: IPPNW

Flugblatt zum Referendum in Kiziltepe verteilt in Kurdisch, IPPNW-Delegationsreise in die Türkei, März 2017, Foto: IPPNW

Wir sind mit der HDP Halkların Demokratik Partisi (Demokratische Partei der Völker) in Mardin in Südostanatolien verabredet. An der Polizeikontrolle am Ortseingang werden wir durchgewinkt. An der Artuklu Universität, wo noch vor kurzem das kurdologische Institut u.a. Lehrer ausgebildet und kurdische Lehrbücher entwickelt hat, hängen große rote türkische Fahnen ebenso wie am Rathaus, in dem wir im letzten Jahr den Oberbürgermeister Ahmet Türk getroffen haben.

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