Unser Rezept gegen die Bombe: Atomwaffen verbieten

IPPNW-Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende bei den Protestaktionen gegen die am Fliegerhorst Büchel stationierten Atomwaffen, Foto: IPPNW

IPPNW-Ärztinnen, -Ärzte und Medizinstudierende bei den Protestaktionen gegen die am Fliegerhorst Büchel stationierten Atomwaffen, Foto: IPPNW

Am Wochenende ist die IPPNW-Protestwoche gegen Atomwaffen in Büchel zu Ende gegangen. Insgesamt haben mehr als 70 Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende der IPPNW an verschiedenen Aktionen teilgenommen. Sie machten vor dem Tor des Atomwaffenstützpunkts in der Eifel deutlich, dass das einzige ärztliche Rezept gegen die Bombe ein Atomwaffenverbot ist. Die Existenz von Atomwaffen ist ein Unrecht. Dagegen richtet sich unser ärztlicher Widerstand. Ein Widerstand, der notwendig ist, um weiteren Schaden für Mensch, Umwelt und unserer Gesellschaft abzuwenden. Denn Atomwaffen bedrohen die Gesundheit von Menschen, die Sicherheit unserer Gesellschaften und den Frieden auf unserem Planeten. Sie verschärfen die Krisen, die unser Planet zur Zeit durchmachen muss. Das haben wir mit unserer Dauerpräsenz in dieser Woche deutlich gemacht.

Nach einem erfolgreichen Camp von Medizinstudenten, einem fulminanten bunten Auftakt auf der Verkehrsinsel vor dem Haupttor des Fliegerhorstes am 26. Juni 2016, der Blockade am 27. Juni 2016, die über 2 Stunden zum Stillstand rund um den Fliegerhorst führte und den täglichen Mahnwachen von 6 Uhr morgens bis 17 Uhr abends, schlossen Mitglieder der IPPNW aus sechs verschiedenen Städten den IPPNW-Protest am 2. Juli 2016 mit einer unangemeldeten Schließung des Haupttores über mehr als vier Stunden erfolgreich ab. Auf die verheerenden humanitären Folgen der Anwendung atomarer Energie, sei es zivil oder militärisch, machten sie während der gesamten Zeit mit den Ausstellungen über Hiroshima und Nagasaki und „Hibakusha weltweit“ aufmerksam.

Wir lösten viele kontroverse Diskussionen in der Region aus und fanden auch viel Zustimmung für unsere mahnende Dauerpräsenz. So erfuhren wir zum Beispiel, dass die Einflugschneise zum Zweck der Intensivierung von Übungsflügen für die Tornados verändert und den dadurch betroffenen Gemeinden über Nacht verboten wurde, in dieser neuen Einflugsschneise öffentliche Gebäude zu errichten. Entsprechende private Grundstücke wurden über Nacht entwertet, ohne dass den Besitzern eine Entschädigung angeboten wurde. Diese einschneidenden Veränderungen wurden den Bewohnern der Region In „Gutsherrenart“ von den Militärs ohne Befragung und Möglichkeiten der Einflussnahme aufoktroyiert. Zu vermuten ist, dass die Intensivierung der Übungsflüge wahrscheinlich in Zusammenhang mit der zunehmenden Ost-West-Konfrontation und der drohenden atomaren Aufrüstung gesehen werden muss.

Viele Teilnehmer unserer Aktionen bekräftigten ihren Vorsatz, im nächsten Jahr wieder nach Büchel zurückzukommen. Sehen wir uns im nächsten Jahr wieder.

Ernst-Ludwig Iskenius

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.