Uran im Fokus: Delegierte aus aller Welt auf dem World Uranium Symposium

Das World Uranium Symposium in Québec, Foto: Nature Quebec

Das World Uranium Symposium in Québec, Foto: Nature Quebec

Am 14, 15. und 16. April versammelten sich im Convention Center von Québec mehr als 200 Menschen – dabei waren Referent/innen aus Afrika, Australien, Bangladesch, Kanada, Europa, Indien, Japan, der Mongolei und den USA. Im Foyer hingen an den Säulen und Wänden die Poster der Ausstellung zur Nuklearen Kette. Diese war auch Thema der Vorträge in der Plenarsitzung des ersten Tages von Mariette Liefferink aus Südafrika, Ian Fairly aus England und Helen Caldicott aus Australien. Danach besuchte ich eine Arbeitsgruppe zum Thema „Radon und die Gesundheitsfolgen“.

Die pädagogisch sehr gute Einführung in die Strahlungsproblematik gab Michelle Gin von der Universität Minnesota (USA). Sie wird ihren Vortrag in Kürze für die IPPNW-Studierenden in Berlin halten. Aus dem zweiten Arbeitsgruppenblock wählte ich Paul Robinson (USA), der über den Umgang mit radioaktivem Müll aus den US-amerikanischen Minen berichtete und mögliche „best practices“ beschrieb, die aber nur aus Kostengründen in den wenigsten Minen Standard sind. Am besten sei natürlich, erst gar kein Uran abzubauen.

In der Plenarsitzung nach der Mittagspause ging es um die Rolle von Kanada im Uranhandel. Ich erfuhr, dass in Québec 1943 ein geheimes Abkommen zwischen Kanada, Großbritannien und den USA über Uranlieferungen für das Manhattan-Projekt geschlossen wurde, die aus einem Laboratorium in Montréal kamen. Gordon Edward beschrieb auch die enge Verbindung Kanadas zu den USA in den Jahren danach. Die gute Nachricht ist, dass drei der zehn kanadischen Provinzen mittlerweile den Uranabbau verboten haben. Doch zurück in die Gegenwart: Der indische Ministerpräsident Narendra Modi ist derzeit in Kanada, um Verträge zur Uranlieferung zu schließen. Indien hat den Atomwaffensperrvertrag (NPT) nie unterschrieben, Kanada aber sehr wohl – und hält sich nicht daran. Der kanadische Premierminister Stephen Harper will mit diesem Vertrag private Unternehmen fördern.

Schließlich besuchte ich eine Arbeitsgruppe zur Uranförderung in Mali und Kamerun, die von WISE (World Information Service on Energy) unterstützt werden. David Bayang aus Kamerun berichtete von der Situation dort und der Unterstützung durch die katholische Kirche – Mamadou Diallo aus Mali sagte, dass die kanadische Firma Mega Uranium nun doch Probebohrungen durchführen würde, zehn lokale Bürgermeister dies aber nach einem Referendum verboten hätten. Das Gesamtergebnis der Tagung wurde detailliert festgehalten. Insgesamt machten sich die Organisatoren viel Mühe, alle Teilnehmer/innen immer auf dem gleichen Informationsstand zu halten.

Weitere Informationen: uranium2015.com/
Link zur Erklärung der Delegierten (Englisch)

Die IPPNW-Ärztin Dörte Siedentopf besuchte das World Uranium Symposium in Québec.