Zerstörung indigener Lebensräume: Eindrückliche Statements in Québec

Das World Uranium Symposium in Québec, Foto: Nature Quebec

Das World Uranium Symposium in Québec, Foto: Nature Quebec

Die Stadt erwacht in diesen Tagen aus ihrer Winterstarre. In den Parks schmelzen die schmutzigen Schneehaufen vor sich hin. In kleinen Rinnsalen fließt das Wasser den Asphalt hinunter. Auf dem St. Lorenz schwimmen träge die letzten Eisschollen – Die Sonne lockt einige Menschen auf die Sitzbänke entlang einer gewaltigen Befestigungsanlage aus dem 18. Jahrhundert. Der Kongress ist vorbei und ich bin danach erst einmal durch die Altstadt geschlendert, denn die beiden Panels am Vormittag waren sehr bewegend und anrührend: Indigene aus Grönland, Australien, der Mongolei und aus Afrika beschrieben, wie die Uranminen ihre Umwelt zerstört haben, wie ihr Widerstand gegen Probebohrungen mit Polizeigewalt unterdrückt wird und die ihnen anvertraute Erde innerhalb weniger Jahrzehnte zerstört wurde.

Aus der Mongolei sahen wir Bilder missgebildeter Schafe. Frauen treiben dort ab, aus Angst vor Fehlbildungen. In Kasachstan verkündet der Atomkonzern Areva, alles laufe prima: Die unaufgeklärten Menschen werden belogen und bedroht. Über all dies zu lesen ist eine Sache – eine andere ist es, Menschen gegenüber zu sitzen, die all das erleben. Auch Indigene aus Kanada berichteten über ihre Lage. Sie beklagten, dass die Betreiber die Gesetze nicht einhalten und der Staat die Interessen der privaten Unternehmer unterstützt. Die Menschen werden hier unter Druck gesetzt, im Untertagebau zu arbeiten, andernfalls wird ihnen die finanzielle Unterstützung entzogen. Die Zerstörung der Lebensräume macht ein Leben nach den Traditionen unmöglich, weil das Wasser verseucht ist, die Fische, die Beeren und das Wild. Sie fühlen sich gegenüber der Erde verantwortlich, etwas dagegen zu unternehmen.

Gestern Abend gab es auch einen Empfang anlässlich des International Uranium Film Festivals. Der Film „Final Picture“ von Michael von Hohenberg wird am Sonntag gezeigt. Mit dem Regisseur habe ich gesprochen – vielleicht können wir den Film auch von der IPPNW aus zeigen.

Weitere Informationen: uranium2015.com
Link zur Erklärung der Delegierten (Englisch)

Die IPPNW-Ärztin Dörte Siedentopf besuchte das World Uranium Symposium in Québec.