Wir sind auch verantwortlich für das, was wir nicht tun!

Foto: Jens Volle / Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen

Vier Friedensaktivist*innen wurden heute vom Amtsgericht Bonn zu Bußgeldern zwischen 200 und 500 Euro verurteilt, unter ihnen auch zwei IPPNW-Mitglieder. Im Rahmen der „Gewaltfreien Aktion GÜZ abschaffen“ hatten sie im Sommer 2020 zusammen mit weiteren Kriegsgegner*innen das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Altmark besetzt, um den Übungsbetrieb zu stören. Das GÜZ ist der modernste Truppenübungsplatz in Europa – Teil von ihm ist die Schnöggersburg, eine „Übungsstadt“ der Bundeswehr für den Häuserkampf. Wir dokumentieren im Folgenden das Schlußwort von IPPNW-Mitglied Ernst-Ludwig Iskenius vor dem Amtsgericht Bonn.

Sehr geehrter Herr Amtsrichter,
„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ hat große französische Dichter Molière gesagt. Unterlassen wir nicht die Vorbereitung zum Krieg, dann führen wir Krieg. (…) Denken wir weiter in Kategorien von militärischer Sicherheit, werden wir uns todsicher selbst zerstören und untergehen. Militärische Sicherheit schafft keine menschliche Sicherheit. Legen wir dem Militär nicht das Handwerk, dann werden unsere gesellschaftlichen Errungenschaften und Werte, auf die wir so stolz sind, zerstört. Unser Rechtsstaat kann nicht militärisch verteidigt werden, sondern nur ohne  das Militär. Weiterlesen

„Wir leben zwar nicht im Paradies, aber auch nicht in der Hölle“

Gäste und Gastgeber*innen vor der IPPNW-Geschäftsstelle in Berlin

Gäste und Gastgeber*innen vor der IPPNW-Geschäftsstelle in Berlin am 20. Oktober 2021

Mittwoch, der 20. Oktober 2021, der Tisch ist voll mit Keksen, Kaffee und Saft – die Besucher*innen sitzen im Kreis in der Küche der IPPNW-Geschäftsstelle. Zu Gast ist eine kleine Delegation aus Diyarbakir in der Türkei. Drei der Besucher*innen sind in einem Rehabilitationszentrum der türkischen Menschenrechtsstiftung TIHV tätig. Sie werden von einer Dolmetscherin begleitet, damit ein Gespräch erst mal zustande kommen kann.

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Gäste aus Diyarbakir in Deutschland

Gäste und Gastgeber*innen in Braunschweig, Christa Blum und dem Moderator Ercan Carikci nach der Veranstaltung.

Seit dem 10. Oktober 2021 sind wir mit fünf Gästen aus Diyarbakir unterwegs, um uns besser kennenzulernen, uns über unsere Arbeit auszutauschen und Wege zu finden, uns besser zu vernetzen und auch zwischen den Reisen zu unterstützen.

Drei unserer Gäste arbeiten im Rehabilitationszentrum der türkischen Menschenrechtsstiftung TIHV in Diyarbakir, mit Menschen, die aus dem Gefängnis entlassen worden und oft auch gefoltert worden sind. Elif, die junge Ärztin, ist gleichzeitig Vorsitzende der Ärztekammer Diyarbakir. Mustafa ist Sozialarbeiter und Isak klinischer Psychologe. Alle drei sind nach dem Putschversuch 2016 im Rahmen der Notstandsgesetze (KHK) aus dem öffentlichen Dienst entlassen worden. Rengin ist als Anwältin selbständig und kann nicht so leicht von der Regierung entlassen werden. Sie arbeitet mit Flüchtlingen in Batman und gehört zur Vereinigung der Anwälte für Freiheit, die politische Gefangene vertreten. Serra, die Dolmetscherin, hatte in der Stadtverwaltung viele Jahre mit Kindern gearbeitet, bis sie im Rahmen der Zwangsverwaltung ihre Stelle verlor.

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