Seid Menschen!

Einweihung des Mahnmals für die fünf ermordeten Zwangsarbeiterinnen auf dem Friedhof Niederkrüchten.

Am 9. Mai 2026 fand die Enthüllung eines Mahnmals für fünf ermordete sowjetische Zwangsarbeiterinnen auf dem Friedhof Niederkrüchten und die Verlegung von fünf Stolpersteinen statt, die maßgeblich von der Regio-Mönchengladbach-Viersen initiiert wurde. Herbert Hochheimer (IPPNW) hielt eine Rede zu dem Anlass:

Gestern vor 81 Jahren endete mit dem 2. Weltkrieg in Europa auch die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland. Nach mehr als 81 Jahren gibt es kaum noch direkte Erinnerungen von lebenden Personen. Aber es gibt die vielfach aufgeschriebenen Erinnerungen inzwischen Verstorbener und es gibt die Ergebnisse von Forschungen in Quellen und Archiven. Diese neue Gedenkstelle ist ein Beispiel für die notwendige Arbeit, Ereignisse der Vergangenheit ans Licht zu holen, um Gedenken möglich zu machen und so unserer Verantwortung für die Zukunft gerecht zu werden. Weiterlesen

Entspannungspolitik 2.0

IPPNW-Jahrestreffen in Jena. Foto: IPPNWBericht über den Vortrag von Prof. Dr. Johannes Varwick auf dem IPPNW-Jahrestreffen 

Der Vortrag von Prof. Dr. Johannes Varwick zum Thema „Entspannungspolitik 2.0“ zeichnet ein eindringliches Bild der aktuellen internationalen Lage und entwickelt daraus Überlegungen für eine zukünftige Sicherheitsordnung. Ausgangspunkt ist die Diagnose einer zunehmend instabilen Welt: Europa ist erneut zum Kriegsschauplatz geworden, Aufrüstung prägt das politische Geschehen, und Konflikte werden häufig indirekt als Stellvertreterkriege ausgetragen. Diese Entwicklungen verstärken die Gefahr einer Eskalationsspirale, deren äußerster Punkt auch eine nukleare Auseinandersetzung sein könnte. Besonders kritisch wird dabei gesehen, dass sich verhärtete Feindbilder herausbilden, die politische Lösungen erschweren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Forderung nach einem vollständigen Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine zwar normativ nachvollziehbar, aktuell jedoch kaum realistisch. Entscheidend sei vielmehr, eine direkte militärische Konfrontation zwischen der militärisch überlegenen NATO und Russland unbedingt zu vermeiden. Der Preis einer solchen Konfrontation sei eine nukleare Eskalation im Falle einer zu erwartenden militärischen Niederlage Russlands. Weiterlesen

Preis “Frieden, Freundschaft und Demokratie” für Dr. Gisela Penteker

Dr. Neşmil Ghassemlou nimmt den Preis entgegen.

Als Menschenrechtsgruppe Türkei der IPPNW nahmen wir an der Verleihung des Preises „Frieden, Freundschaft und Demokratie“ für Dr. Gisela Penteker teil, der am 15. März 2026 im Kongresszentrum Diyabakir durch die dortige Ärztekammer übergeben wurde. Ein großer Wermutstropfen ist, dass Gisela im Kontext mit ihren Aktivitäten für die Menschenrechte der Kurd*innen ein Einreiseverbot in die Türkei hat. Daher nahm unser Gruppenmitglied, Dr. Neşmil Ghassemlou, stellvertretend den Preis entgegen. Weiterlesen