Fragen an den Vorstand der Deutschen Bank

Matthias Jochheim, Vorsitzender der IPPNW Deutschland auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank 2012

Matthias Jochheim, Vorsitzender der IPPNW Deutschland auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank 2012

Am 31. Mai 2012 hatte IPPNW-Vorsitzender Matthias Jochheim die Gelegenheit auf der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank zu sprechen und den Vorstand zu fragen, warum die Deutsche Bank in Unternehmen inverstiert, die Atomwaffen oder Trägersysteme für Atomwaffen herstellen.

Sehr geehrter Vorstand, sehr geehrte Anteilseigner der Deutschen Bank,

mein Name ist Matthias Jochheim, ich bin Vorsitzender der deutschen Sektion von IPPNW, den Internationalen Ärzten zur Verhütung des Atomkriegs – Träger des Friedensnobelpreises von 1985.Sie wissen: Unsere selbst gestellte Aufgabe, die Verhütung eines Nuklearkriegs, bleibt dringlich. Wir möchten sie bitten, uns als mächtiges, internationales Finanzunternehmen dabei zu helfen.

Unsere Recherchen im Rahmen des internationalen ICAN-Bündnisses zur Abschaffung aller Atomwaffen haben ergeben, dass allein die deutsche Bank 13 internationale Unternehmen mitfinanziert, die Atomwaffenträger entwickeln und produzieren. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Deutsche Bank ist mit schätzungsweise rund 715 Millionen US-Dollar an British Aerospace Systems beteiligt, das zusammen mit anderen Unternehmen an der Entwicklung eines neuen Typs von atomar bewaffneten U-Booten beteiligt ist.

Die Liste der übrigen Unternehmen, die am Geschäft mit der nuklearen Drohung beteiligt sind, werde ich Ihnen gerne zur Verfügung stellen.
Im internationalen Atomwaffensperrvertrag ist nicht nur der Verzicht der Bundesrepublik Deutschland auf nukleare Bewaffnung festgeschrieben, sondern auch die Verpflichtung zur vollständigen atomaren Abrüstung der fünf unterzeichnenden Nuklearwaffenstaaten.
Leider müssen wir feststellen, dass im Widerspruch zu dieser Verpflichtung eine Weiterentwicklung der schrecklichen Bedrohung der Menschheit stattfindet.

Wir fragen den Vorstand der deutschen Bank:

  1. Ist es strategisch geplante Unternehmenspolitik dieses Unternehmens, Nuklearbewaffnung international zu fördern?
  2. Sehen sie es als legitim an, im Interesse kurzfristiger finanzieller Vorteile an nuklearen Rüstungsprojekten teilzuhaben?
  3. Kann der Vorstand darlegen, ob und wann die genannten Beteiligungen an atomarer Aufrüstung aufgegeben werden sollen?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
Matthias Jochheim, Vorsitzender der IPPNW Deutschland

Die Antwort der Deutschen Bank auf diese Fragen waren überaus ungenügend; es bestünden höchstens Geschäftsbeziehungen zu Mischkonzernen, die am Atomwaffenbau beteiligt sind. Auch befriedigte das Bekenntnis nicht, die Bank achte auf die Einhaltung der Menschenrechte und prüfe dies in allen Regionen der Welt. Die IPPNW will zusammen mit den „Kritischen Aktionären“ die Geschäftspraktiken der Bank weiter zu beobachten.