Militarismus, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit

IPB World Youth Summit 2019

IPB-ITUC World Youth Summit am 20-22. September 2019.

IPB-ITUC World Youth Summit. 20.-22. September 2019 – „Transform! #ChangeTheRules – Just transitions towards peace, social justice and environmental sustainability“

Wie stellt man sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts als junger Mensch? Wie kann man jungen Aktivismus stärken und vernetzen? Am Wochenende vom 20. bis zum 22. September 2019 fand in Berlin der IPB-ITUC World Youth Summit statt. Organisiert vom Internationalen Friedensbüro (IPB) und dem Internationalen Gewerkschaftsbund (ITUC) wurde der Kongress unter dem Thema „Transform! #ChangeTheRules – Just transitions towards peace, social justice and environmental sustainability“ (übers.: „Transformation! – Gerechter Wandel Richtung Frieden, sozialer Gerechtigkeit) abgehalten. Redner*innen aus fünf Kontinenten und ca. 150 Teilnehmer*innen nahmen teil, um sich zu vernetzten, Diskussionen zu fördern, Ideen auszutauschen und gemeinsam Strategien zu entwickeln. Mit dem Ziel jungen Aktivismus zu fördern, bot der Kongress öffentliche Diskussionen, Podiumsdebatten, Teamarbeit und Diskussionen in kleinen Gruppen an.

„Im 21. Jahrhundert erleben wir mehrfache Kriege, Zerstörung und Ungerechtigkeit. Herausforderungen und Probleme werden im großen und im kleinen Rahmen sichtbar, von Gefahren mit dem Potential, die Menschheit auszulöschen, bis hin zur Zerstörung der Umwelt und anderen Grundlagen des Lebens. Militarismus und Ungerechtigkeit treiben diese Probleme auf unterschiedlichen Ebenen voran. Gewisse soziale Faktoren – z.B. Demokratiedefizite, die Verteilung von Wohlstand, Geschlechterungleichheiten oder der Glaube an eine unendliche Profitmaximierung – sind der Grundbaustein vieler Herausforderungen und Probleme. Junge Menschen sind die Botschafter für Veränderung und müssen die Herausforderungen ihrer Zeit gemeinsam diskutieren und ihre Erfahrungen austauschen. Wir möchte uns organisieren, um unsere Stimmen zu vereinen und das Engagement in Friedens- und gesellschaftlichen Prozessen zu erhöhen.“ (International Peace Bureau, IPB-ITUC World Youth Summit, Introduction)

Mit diesem Anspruch wurde der Kongress abgehalten. Mit dem Ziel, das Gefühl persönlicher Verantwortung bei jungen Menschen zu stärken, Allianzen zu schmieden, Ideen für eigene Aktionen zu entwickeln, Erfahrungen auszutauschen und eine unüberhörbare Stimme zu entwickeln, lag der inhaltliche Fokus auf „Transformation“. Die drei bearbeiteten und diskutierten Themenfelder waren: „Transformation von Militarismus zur Gewaltfreiheit“, „Transformation von der Umweltzerstörung zur Nachhaltigkeit“ und „Transformation von Ungerechtigkeit zu globaler Gerechtigkeit.“

In den unterschiedlichen Panels konnten Teilnehmer*innen sich über die Möglichkeiten der dringlich notwendigen Transformationen austauschen und von den selbst organisierten Aktionen in ihren Heimatländern erzählen. Den für mich als Teilnehmerin stärksten Eindruck hinterließ die gemeinsam erarbeitete Feststellung, wie eng miteinander verwoben die unterschiedlichen Aspekte der Klimakrise sind und dass man sie nicht getrennt voneinander betrachten kann. Es reicht nicht, sich gegen Militarismus auszusprechen, gegen die Umweltzerstörung zu demonstrieren oder sich gegen soziale Ungerechtigkeit einzusetzen. Man muss die Verflechtungen der drei erkennen, die Bewegungen, Aktionen und Proteste vernetzen und sich gemeinsam für eine gerechte, soziale Welt mit einem gesunden Klima einsetzen, um sich den besorgniserregenden, politischen Entwicklungen unserer Zeit erfolgreich stellen zu können.

Marlene Langenbucher ist Studentin des Kombi-Bachelorstudiengangs „Sozial- und Kulturanthropologie und Politikwissenschaft“ und derzeit Praktikantin in der Geschäftsstelle der IPPNW in Berlin.