Debatte über die Zukunft der NATO

Giorgio Franceschini, Anne Balzer und Xanthe Hall (v.l.n.r.) debattieren über die Zukunft der NATO, Foto: IPPNW

„Solange Atomwaffen existieren, wird die NATO eine nukleare Allianz bleiben.“ Das war 2010 die Antwort der damaligen Außenministerin der USA, Hillary Clinton, auf die Anfrage einiger europäischer Staaten, US-Atomwaffen aus Europa abziehen zu lassen. Doch ist das richtig? Muss die NATO eine nukleare Allianz bleiben, oder könnte sie auch ohne Atomwaffen fortbestehen? Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der NATO diskutierten über deren Zukunft Xanthe Hall und Giorgio Franceschini bei einer Veranstaltung von ICAN und IPPNW am 4. April 2019. Hall ist Referentin für Abrüstung der IPPNW Deutschland und Vorstandsmitglied bei ICAN Deutschland, Franceschini Referent für Außen- und Sicherheitspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung. Anne Balzer von ICAN Deutschland moderierte die Veranstaltung. Weiterlesen

Atomwaffen stehen wieder auf der Agenda der IFMSA

IFMSA Treffen im März 2019 in Slowenien, Foto: IPPNW

Über 1.000 Medizinstudierende aus aller Welt trafen sich vom 1.-7. März 2019 für fünf Tage in einem kleinen beschaulichen Ort an der slowenischen Küste, um Ideen auszutauschen, zu diskutieren und sich gegenseitig zu inspirieren. Auf Grundlage eines „Memorandum of Understanding“ zwischen der IFMSA (International Federation of Medical Students’ Associations) und der IPPNW, das letztes Jahr unterzeichnet wurde, konnte ich die IPPNW diese Woche bei der Generalversammlung der IFMSA vertreten. Nach einer langen Busreise von Berlin nach Portoroz wurde ich herzlich von Hiba Ghandour emfpangen, der Ansprechperson für externe Zusammenarbeit. Weiterlesen

Die IPPNW-Woche in Büchel

Aktion vor dem Haupttor im Rahmen der IPPNW/ICAN-Protestwoche in Büchel 2018, Foto: Carsten Orth

Bei den Tagen der Aufklärung im Rahmen der IPPNW-Protestwoche in Büchel schwärmten IPPNW-Ärzt*innen mit Informationsmaterial in die Kleinstädte Kaisersesch, Ulmen und Brauheck aus, dort, wo viele Beschäftigte mit ihren Familien wohnen. Nicht wenige Menschen konnten wir in Gespräche verwickeln. Dabei stellte sich heraus, dass viele den Abzug der Atomwaffen durchaus befürworten, aber skeptisch sind, ob er überhaupt durchsetzbar ist. „Die da oben machen doch das, was sie nur wollen“ oder „Wir können doch nichts machen“ war eine häufige Reaktion. Nur wenige befürworten die Existenz von Atomwaffen in Büchel. Einige freuten sich, dass wir vor Ort präsent sind. Aber gemeinsam vor dem Haupttor zu demonstrieren, wagen nur die wenigsten aus der Region. Weiterlesen

Die Einstellung zum Atomwaffenstützpunkt ändert sich langsam

Am Fliegerhorst Büchel

Am Fliegerhorst Büchel

Nach langer Fahrt mit zwei Transportautos aus Hamburg für alle wichtigen Materialien zum Campaufbau für die IPPNW-Woche in Büchel sind wir nun an unserem schon vertrauten Ort angekommen. Und was empfing uns? Das röhrende Kriegsgedröhne der lärmenden Tornados, die im Rahmen der atomaren Teilhabe immer noch recht ungestört ihre Kriegsübungsflüge absolvieren. Das ging bis in die späten Abendstunden hinein, ein sonst friedlicher stiller Abend mit letzten wärmenden Sonnenstrahlen wurde immer wieder schier unterbrochen. Mir wurde gleich bewusst, warum wir nun hier sind: David gegen Goliath? Die Völkerrechtswidrigkeit ihres Tuns müssen wir ständig weiter delegitimieren. Deshalb setzen wir vor Ort ein unübersehbares Zeichen durch unsere Anwesenheit. Die IPPNW-Woche läutet in diesem Jahr die Höhepunkte der 20-wöchigen Aktionspräsenz ein.

Es ist kühl hier, auch nass, entsprechende Kleidung sollte in jeden Fall mitgebringen, wer am Wochenende und nächste Woche zur IPPNW-Woche kommen wird. Etwa 50 Personen haben ihre Beteiligung fest angemeldet, erfahrungsgemäß werden noch einige mehr dazu kommen. Ob wir mehr werden als im letzten Jahr, hängt von Euch Leserinnen und Lesern ab, auf jeden Fall beteiligen sich mehr jüngere IPPNW-Mitglieder als im vorigen Jahr. Schön!

Toll wäre, wenn wir unter der Woche und zum Abschluss noch mehr werden. Wir können in die Region, wir können auch darüber hinaus wirksam werden und wahrgenommen werden. Ein bunter Strauß verschiedener Aktionen und Veranstaltungen warten auf Euch, Ihr könnt selbst aktiv werden und nachher aus Büchel zu Hause in Eurer Umgebung berichten.

Auch kurzfristig kann man immer noch kommen. Wer in der Nähe wohnt auch ganz spontan. Wir sind vor dem Haupttor des Fliegerhorstes zu finden. Was wir erfahren haben ist, dass die Militärs von sich aus ihre „Sicherheitszone“ um den Fliegerhorst ausgeweitet haben, auf welcher gesetzlichen Grundlage ist völlig unklar. Offensichtlich stellen wir ein Ärgernis dar durch unsere stetige Mahnung. Die Zustimmung aus der unmittelbaren Region, so die Aussage der Aktiven, nimmt langsam, aber stetig zu. Der Friedensnobelpreis und die zunehmende Beteiligung von Vertretern der großen christlichen Konfessionen scheinen Veränderungen in der Einstellung zum Atomwaffenstützpunkt zu bewirken. Dazu können wir als Ärztinnen und Ärzte beitragen.

Viele, die letztes Jahr hier in Büchel vor Ort waren, sind beeindruckt, neu motiviert und mit neuem Elan nach Hause gefahren. Die kommende IPPNW-Woche ist sozusagen auch die Tankstelle für Energie, die wir für unseren langanhaltenden Widerstand gegen die das Völkerrecht brechende Atomwaffen brauchen und uns immer wieder schaffen müssen. Wir sind nicht so bedeutungslos und ohnmächtig, wie es immer wieder von interessierter Seite über uns gezeichnet wird.

Ernst-Ludwig Iskenius

Alle Infos zur Aktionswoche und das Programm unter:
www.ippnw.de/aktiv-werden/termine/ippnw-aktionswoche-in-buechel.html