Die Mauer ist überall – 50 Jahre Besatzung

Aktion an der Mauer 2016. Foto: IPPNW

Aktion an der Mauer 2016. Foto: IPPNW

Die seit 2003 gebaute Mauer in Form von acht Meter hohen Betonblöcken – erhöht durch teilweise elektrifizierten Stacheldraht, manchmal auch ersetzt durch mehrreihige Stacheldrahtzäune, gesichert durch israelische Soldaten in Wachtürmen – grenzt nicht nur Israel entlang der etwa 200 km langen Grenze von vor 1967 von der Westbank ab. Über einer Distanz von etwa 700 km durchzieht sie die gesamte Westbank bzw. zerteilt sie in Einzelteile. Besonders im Norden, Osten und Süden Jerusalems ist die Mauer allgegenwärtig und fast immer in Sichtweite. Passierbar ist sie für Palästinenser nur mit speziellen Permissions an den schwer gesicherten Checkpoints, von denen es in der Westbank insgesamt über 500 gibt. Weiterlesen

Das Recht auf Bewegung

Right to Movement

Graffiti an der Mauer in Bethlehem

Ich steige aus dem Auto und tauche ein in die Welt des Laufsports. Meine Laufgruppe wartet noch auf ein paar Nachzügler, bevor es losgeht. Die Jungs machen gerade ihre Laufuhren zur Distanzmessung bereit, die Mädels daneben laden noch schnell die richtige Musik auf ihre iPods. Wortfetzen erreichen mich und singen das immer gleiche Lied der Läuferszene: „Ich fühl‘ mich heute irgendwie müde“, „Wie viele Kilometer hast du das letzte mal geschafft?“, „Warum ist er denn heute nicht dabei?“. Die bunt gekleidete Läuferin neben mir beklagt sich über die unvorteilhafte Passform ihrer Leggins und ihre Freundin tätschelt den aufgeregten kleinen Hund, während dessen eigentlicher Besitzer sich noch schnell erleichtern geht. „Los geht’s! Wir sind komplett.“ Die Gruppe setzt sich in Bewegung. Weiterlesen

„Wir weigern uns Feinde zu sein“: Begegnungsreise nach Palästina

Sabine Farrouh 2010 in Palaestina

Sabine Farrouh 2010 in Palästina. Sabine Farrouh ist Anästhesistin & Palliativmedizinerin und Vorstandsmitglied der IPPNW.

„You are the voice oft he voiceless – Ihr seid die Stimme derjenigen, die keine Stimme haben“, das sagte uns eine unserer Gastgeberinnen zum Abschied. „Es ist wichtig, dass Ihr kommt und in Europa berichtet, wie wir hier leben!“

Und wir versprachen wieder zu kommen und zu zeigen, was man sich in der ganzen Dimension nicht vorstellen kann, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat – selbst wenn man sich, wie ich, jahrelang mit der Thematik beschäftigt hat. Die Palästinenser leiden vielfältig unter der Besatzung und haben das Gefühl, es interessiert die Welt nicht mehr.

Mittlerweile leben 650.000 Siedler auf palästinensischem Land (in den im Oslo Abkommen vereinbarten Grenzen nach 1967), wobei die 300.000 in und um Jerusalem von israelischer Seite nicht mehr als Siedler bezeichnet werden. Weiterlesen