„Gewerkschaftsarbeit ist schwierig geworden“

Die Gesundheitsplattform Diyarbakir erinnert an die Covid-19-Toten und warnt vor der Überlastung des Gesundheitssystems. Bild: © Twitter SES Amed / @sesamed21, 01.04.2021  (bearbeitet)

Über die Coronapandemie in der Südosttürkei und die Arbeit der Gesundheitsgewerkschaft SES in Diyarbakir – Online-Besuch am 1. April 2021

Wir sprechen mit dem Ko-Vorsitzenden Siyar Güldiken der Gesundheitsgewerkschaft SES in Diyarbakir, einem Psychologen. Die Ko-Vorsitzende kann nicht teilnehmen, weil sie coronainfiziert und krank ist. Andere Mitglieder sind im Notdienst und lassen grüßen. Güldiken hat an den Fortbildungen teilgenommen, die die Kollegin Neşmil Ghassemlou für die Psychologen in Diyarbakir durchgeführt hat, als das noch möglich war. Er erinnert sich auch gut an frühere Besuche der Gruppe.

Herausforderung für das Gesundheitswesen

Die Pandemie ist unser erstes Thema. Die Belastungen des Gesundheitspersonals sind sehr hoch. In Diyarbakir wurde eine große Klinik als Forschungskrankenhaus für Coronapatient*innen vorgehalten. Weiterlesen

Besuch bei der DTK

Besuch bei der DTK. Foto: IPPNW

Wir treffen die Vorsitzenden Leyla Güven und Berdan Öztürk. „Corona wird vorüber gehen aber Erdoğan wird bleiben.“
Der DTK (türk.: Demokratik Toplum Kongresi, zu Deutsch: Kongress der Demokratischen Gesellschaften) ist eine in Kurdistan aktive NGO. Sie ist nicht verboten, wird von der türkischen AKP aber als Teil der Union der Gemeinschaften Kurdistans (kurdisch: Koma Civakên Kurdistan, KCK) gesehen und somit als terroristisch bezeichnet.

Frau Güven erzählt, dass gegen alle Mitglieder vom Staat Dossiers angelegt werden, meist mit Zitaten aus Reden, die die Regierung kritisieren. So könne jederzeit eine Festnahme erfolgen und Anklagepunkte präsentiert werden. Frau Güven wurde im KCK-Prozess zu mehreren Jahren Haft verurteilt, die sie inzwischen mit der Untersuchungshaft abgesessen hat. Es wird aber weiter gegen sie ermittelt, u.a. wegen einer Rede, in der sie die Zwangsverwaltung kritisiert hat. Es droht ihr wie vielen anderen die Aufhebung der Immunität und die Aberkennung des Abgeordneten-Status. Dann könnte ihr neue Haft drohen. Weiterlesen