Wie im Krieg

Israels Handlung war ein absolut rechtswidriger Angriff auf ein Hilfsschiff mit über 500 ZivilistInnen, ein Akt der Piraterie mit anschliessender Entführung. Wir haben von Anfang an gesagt: Wir wollen keine Gewalt, wir sind eine friedliche Mission und transportieren ausschliesslich zivile Güter. Wir wollten auf die Abriegelung des Gazastreifens durch Israel und die seit Jahrzehnten von der internationalen Staatengemeinschaft tolerierte menschliche Tragödie aufmerksam machen. Wir wollten den eingeschlossenen PalästinenserInnen Hoffnung geben. Wir hatten damit gerechnet, dass die Israelis unser Boot abdrängen, umleiten, aber nicht, dass das israelische Militär uns so brutal überfällt. Immerhin waren wir eine Delegation aus dreissig Nationen, darunter Personen des öffentlichen Lebens, Parlamentsabgeordnete, Friedensnobelpreisträgerinnen und Schriftsteller.

Es war noch Nacht und wir waren in internationalen Gewässern. Wir hörten Hubschrauber und Detonationen, israelische Elitesoldaten seilten sich von Hubschraubern auf das Schiff ab. Am Ende waren sechzehn von uns tot und über fünfzig verletzt, einige kämpfen noch immer um ihr Leben. Alle wurden mit Kabelbindern gefesselt und wir mussten uns an Deck in einer Reihe hinknien. Ich hatte sofort alles mit meiner Kamera gefilmt, wie auch andere von uns. Aber es wurde uns alles abgenommen. So gibt es nur Bilder aus israelischen Quellen. Es ist wie im Gazakrieg: Die Bilder-, Ton- und Berichtshoheit liegt bei der israelischen Regierung.

Landung in Schönefeld

Matthias Jochheim (IPPNW), Norman Paech, (Beirat IPPNW), Nadel El Sakka (Palästinensiche Gemeinde Deutsche), Inge Höger und Annette Groth (Die Linke) sind um 9.44 Uhr am Flughafen Schönefeld gelandet.

Über einen Pressetermin wird zeitnah informiert.

Matthias Jochheim im Hafen von Ashdod

Zu unserer Erleichterung haben wir vom Auswärtigen Amt den Hinweis bekommen, dass der stellvertretende Vorsitzende der IPPNW, Matthias Jochheim, im Hafen von Ashdod angekommen ist.
Von einer Verletzung durch den Angriff war nicht die Rede.

Israel stürmt Schiffe

Israel hat das Feuer auf die Schiffe mit Hilfsgütern für Gaza eröffnet.
Bis zu 16 Menschen sollen getötet worden sein.
Wir haben bisher keinen Kontakt zu Matthias Jochheim (Stellvertretender Vorsitzender der IPPNW) oder Norman Paech (Beiratsmitglied der IPPNW).

Aus diesem Grund haben wir eine Pressekonferenz, die zur Bewertung der NPT-Konferenz in New York anberaumt war, für dieses Thema geöffnet.

Pressekonferenz: Heute 31. Mai 2010, 12 Uhr
pax christi, Bernard-Lichtenberg-Haus, Tagungsraum Erdgeschoss, Hedwigskirchgasse 3, 10117 Berlin (Französische Straße Ecke Hedwigskirchgasse)