Brief einer Mutter aus Fukushima

Minako Kanno misst Radioaktivität an ihrem Haus in Date in der Präfektur Fukushima.

Minako SUGANO misst Radioaktivität an ihrem Haus in Date in der Präfektur Fukushima, das sie und ihre Familie nach der Atomkatastrophe aufgrund der hohen Strahlenwerte verlassen mussten.

Ich muss ständig an unsere Familie denken. Zusammen mit Großmutter und den drei Kindern lebten mein Mann und ich in Date City, einer kleinen Stadt inmitten eines eindrucksvollen Gebirges in Reizan-cho, in der Präfektur Fukushima. Nach dem Unfall wurden wir evakuiert. Vor zwei Jahren befand die Regierung, dass die niedrige Strahlenbelastung eine Evakuierung nicht mehr nötig mache. Trotzdem blieben wir an unserem neuen Wohnort und kehrten nicht zurück. Heute, drei Jahre nach dem Atomunfall, sind wir noch immer auf der Flucht: Jeden Tag erleben wir mit der gleichen immer wiederkehrenden Anspannung. Man ist ständig hochbesorgt und angespannt; wie soll man etwa das, für den täglichen Bedarf notwendige, unbelastete Wasser besorgen? Eine unbelastete Wasserversorgung ist immer noch nicht hergestellt. Dann sind da noch die ständige Angst um die Gesundheit der Kinder, die Sorge um ihre Sicherheit an den Schulen, der Kampf um Ausgleichszahlungen und die Notwendigkeit Druck auf die lokalen Behörden auszuüben. Erdbeben und Tsunami gefolgt vom radioaktiven Niederschlag aus dem Atomkraftwerk Fukushima haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Weiterlesen

Ringen um die Wahrheit

Kaoru Maeno war von September-November 2013 IPPNW-Praktikantin, Foto: Xanthe Hall, IPPNW.

18 Monate nach der atomaren Kernschmelze sind die gesundheitlichen Folgen vor allem für Kinder in Fukushima gravierend. In dem international ausgezeichneten Dokumentarfilm „A2-B-C“ von Ian Thomas Ash aus Tokio werden Kinder mit ihren Familien in ihrem persönlichen Alltag begleitet. Der Film zeigt auf berührende Art und Weise, wie sie mit den Folgen der Radioaktivität umgehen und zu kämpfen haben. Weiterlesen