Ärzt*innen im aufenthaltsrechtlichen Kontext

Abschiebung. Grafik: IPPNW

Abschiebung. Grafik: IPPNW

Grundsätzlich ist es Ziel eines jeden Arztes und einer jeden Ärztin, Menschen mit Belastungen bzw. Erkrankungen zu diagnostizieren, zu beraten und zu behandeln. Dazu gehört auch, in regelmäßigen Abständen den Behandlungsverlauf zu dokumentieren sowie in besonders kritischen sozialrechtlichen Situationen besondere Erkrankungs- bzw. Behandlungsumstände zur attestieren, um entwicklungs- und gesundheitsfördernde Maßnahmen zu begünstigen und schädigende Umstände, die einer Genesung entgegenwirken, zu begrenzen.

Im aufenthaltsrechtlichen Verfahren ergibt sich jedoch in einer Vielzahl der Fälle ein umgekehrter Ablauf: Bevor sich Menschen mit schwierigen Verfolgungs-, Kriegs- und Fluchtgeschichten im Erstaufnahmekontext soweit stabilisieren konnten, dass sie ihrer psychischen Situation bewusst sind, ihre Behandlungsbedürftigkeit erkannt und sich im ärztlichen Gesundheits- und Versorgungssystem orientiert haben, fordert die derzeit übliche Geschwindigkeit der Asylanhörungen das schnelle Beibringen „aussagefähiger ärztlicher Atteste“. Das bringt Familien, Alleinreisende, aber auch unbegleitete minderjährige Geflüchtete in die Verlegenheit, als Grund ihres ersten Arztbesuches die Notwendigkeit einer für das Bundesamt gültigen Gesundheitsbescheinigung zu benennen, die als existenzsichernd angesehen wird, und in ihrer Wichtigkeit nachvollziehbarerweise subjektiv erst einmal höher eingeschätzt wird, als eine vorübergehende durch Behandlung erzielte Entlastung von Leid und Schmerz. Weiterlesen

Atomwaffenverbot und Ächtung des Kriegs

Albert Einstein - Mahatma Gandhi - Karl Jaspers. (Bilder: gemeinfrei)

Albert Einstein – Mahatma Gandhi – Karl Jaspers. (Bilder: gemeinfrei)

Drei Lehrer der Menschlichkeit: Einstein – Gandhi – Jaspers

In dieser Abhandlung blicke ich hin zu jenen Pazifisten, für die die Verhinderung eines Atomkriegs verbunden war mit der Überwindung des Krieges überhaupt: Albert Einstein, Mahatma Gandhi und Karl Jaspers.

Albert Einstein sah sehr deutlich, dass der technische Fortschritt sich dort am schlimmsten auswirkt, wo er die Mittel zur Vernichtung von Menschenleben liefert. So schlimm wie die Vernichtung dünkte ihn die entwürdigende Knechtschaft, in die der Einzelne durch den Krieg hineingerissen werde, den Krieg, den die Herrschenden und Machtbesessenen zugleich verherrlichen. Weiterlesen

Medizinische Einblicke: Mein Besuch in Deutschland

Global Health Summer School. Foto: IPPNW

Migration and the Health-Security Nexus – Berlin 26.07.2019 – Foto: IPPNW

Ich heiße Lisa Wangechi Maina und studiere Medizin in Nairobi (Kenia). Den Aufruf, sich für die Global Health Summer School zu bewerben, sah ich in einer WhatsApp-Gruppe von Studierenden. Ziemlich lange sah ich mir die Ausschreibung an, ohne mir zu überlegen, wie ich mit meiner Bewerbung erfolgreich sein könnte. Wir verpassen 50 Prozent der Chancen, die wir im Leben haben, wenn wir sie nicht ergreifen. Das habe ich während meines Aufenhalts in Deutschland gelernt – und ich bin sehr froh, dass ich den Mut hatte, das Bewerbungsformular auszufüllen. Weiterlesen

Israelische Ärzte für Menschenrechte – Medizin unter schwierigen Bedingungen

Die Open Clinic der Physicians for Human Rights (PHR), Foto: Matthias G.

Die Open Clinic der Physicians for Human Rights (PHR), Foto: Matthias G.

„We are not here to make the occupation easier, we are here to transform the situation.“ Auf unserer Reise durch Israel/Palästina sprachen wir mit Vertreter*innen der Physicians for Human Rights (PHR) in Jaffa. Die 3.000 Mitglieder von PHR Israel setzen sich für das Recht auf medizinische Versorgung ein. Die Mediziner*innen bieten humanitäre Hilfe, Beratung und Rechtsbeistand, meist ehrenamtlich. Sie halten samstags eine Tagesklinik im Westjordanland ab, das unter militärischer Besatzung steht. Auf israelischer Seite kommen Geflüchtete und Asylsuchende, die keinen Zugang zum Gesundheitssystem haben, nach Jaffa in die Klinik von PHR. Weiterlesen