Karussell aus Macht und Ohnmacht

Bedrohung und Einschüchterung: Durch das Militär 2016 zerstörtes Wohnhaus im besetzten Westjordanland, Foto: IPPNW

Bedrohung und Einschüchterung: Durch das Militär 2016 zerstörtes Wohnhaus im besetzten Westjordanland, Foto: IPPNW

Einschüchterung, Bedrohung und Angst. Das gehört zum Alltag der Palästinenser, die in der Westbank leben. Sehr anschaulich haben uns Gerard Horton und Sala Daibis geschildert, wie es in den Militärgerichten zugeht. Der Besuch der beiden Vertreter der Gruppe Military Court Watch (MCW) gehörte zu den eindrucksvollsten Begegnungen, die wir auf unserer 13-tägigen Reise durch Palästina und Israel hatten. Seit dem Sechstagekrieg hält Israels Armee das Westjordanland besetzt. Das heißt: 52 Jahre Militärgerichtsbarkeit für die Palästinenser – während die in den dortigen Siedlungen lebenden Israelis vor zivilen Richtern stehen. Weiterlesen

Israelische Ärzte für Menschenrechte – Medizin unter schwierigen Bedingungen

Die Open Clinic der Physicians for Human Rights (PHR), Foto: Matthias G.

Die Open Clinic der Physicians for Human Rights (PHR), Foto: Matthias G.

„We are not here to make the occupation easier, we are here to transform the situation.“ Auf unserer Reise durch Israel/Palästina sprachen wir mit Vertreter*innen der Physicians for Human Rights (PHR) in Jaffa. Die 3.000 Mitglieder von PHR Israel setzen sich für das Recht auf medizinische Versorgung ein. Die Mediziner*innen bieten humanitäre Hilfe, Beratung und Rechtsbeistand, meist ehrenamtlich. Sie halten samstags eine Tagesklinik im Westjordanland ab, das unter militärischer Besatzung steht. Auf israelischer Seite kommen Geflüchtete und Asylsuchende, die keinen Zugang zum Gesundheitssystem haben, nach Jaffa in die Klinik von PHR. Weiterlesen

Wer sich offen gegen den Krieg äußert, muss mit Haft und Verfolgung rechnen

Die neuen bunten Plastikplanen schirmen die zerstörten Gebiete in der Altstadt Diyarbakirs ab. Foto © IPPNW

Seit dem 10. März 2018 sind sieben FriedensaktivistInnen und IPPNW-Mitglieder mit einer Dolmetscherin aus Deutschland in die Türkei gereist. Wie schon seit 20 Jahren wollen wir Mitglieder der Zivilgesellschaft treffen und bestärken und uns ein Bild über die Stimmung im Land und die Lebensbedingungen machen. Der Schwerpunkt unseres Interesses liegt im Südosten, in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Gebieten, die unter der landesweiten Entwicklung hin zu einer Präsidialdiktatur und unter dem Ausnahmezustand besonders leiden. Weiterlesen

Ein Abend zu Dayanışma, der türkischen Solidarität

Netzwerktreffen des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags am 10. Januar 2018 mit Peter Steudtner. Foto: Loubna Messaoudi

Was bedeutet es, über Monate hinweg mit nur einer einzigen Person reden zu können? Jeden Tag die Ungerechtigkeit von Gefängniswärtern, die Unfreiheit hinter Gitterstäben erdulden zu müssen? Der Berliner Menschenrechtler Peter Steudtner wurde am 5. Juli 2017 gemeinsam mit anderen AktivistInnen auf der Istanbuler Prinzeninsel verhaftet und verbrachte anschließend über 100 Tage in türkischem Gewahrsam. Am 10. Januar 2018 sprach er beim Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag über seine Erfahrungen, über Solidarität hinter Gittern und über Gespräche, die auch Gefängnismauern überwinden.
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