
Kurdische Menschenrechtler*innen aus der Türkei zu Gast
Seit dem 31.8. hat die IPPNW zum fünften Mal eine Gruppe kurdischer Menschenrechtler*innen aus der Türkei zu Gast. Vier Frauen und zwei Männer, zwei aus Van und vier aus Diyarbakir, haben sich diesmal auf den Weg gemacht (und waren mit dem Flieger aus Van an der iranischen Grenze schneller in Karlsruhe als wir mit der Bahn aus Hamburg und Berlin). Start war in Karlsruhe, das seit 2016 eine Partnerschaft mit der Stadt Van hat, die allerdings aufgrund der politischen Verhältnisse zurzeit nicht mit Leben gefüllt ist. Seit 2016 hat es in Van jeweils nach den Kommunalwahlen eine Amtsenthebung der mit großer Mehrheit gewählten Co-Bürgermeister*innen gegeben, die durch staatliche Verwalter ersetzt wurden. Weiterlesen
Mehmet Çakas hat wegen der politischen Verfolgung in der Türkei in Deutschland Asyl gesucht. Er hat sechs Jahre in Deutschland gelebt und sich für die kurdische Sache vielfältig engagiert. 2021 wurde sein Asylverfahren eingestellt. Er ging nach Italien und stellte dort erneut einen Asylantrag. Aufgrund eines von Deutschland ausgestellten Haftbefehls wurde er im Dezember 2022 in Italien in Auslieferungshaft genommen und im März 2023 an die deutsche Justiz überstellt. Anfang September wurde in Celle der Prozess gegen ihn wegen Terrorismus und Mitgliedschaft in der PKK eröffnet. Er wurde im April 2024 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Diese Strafe wäre am 4. Oktober 25 abgesessen. Nun soll Çakas am 28. August 2025 aus der Haft in die Türkei abgeschoben werden.
Rede von Franca Brüggen und Angelika Wilmen bei der Protestaktion vor dem Auswärtigen Amt am 5. Juni 2025