Besuch bei der Ärztekammer von Diyarbakir

Besuch in der Ärztekammer von Diyarbakir. Foto: IPPNW

Mahmut Ortakaya ist gekommen, obwohl er sicherlich zur Corona-Risikogruppe gehört. Wir sitzen zu fünft im vertrauten Raum unter seinem Spruch: „An Gesundheit und Freiheit darf man nicht sparen“. Er verrät uns den 2. Teil: „Wenn man an der Gesundheit spart, führt es zum Tod, wenn man die Freiheit einschränkt, führt es in Gefangenschaft“.

Ich frage nach NÜSED, der türkischen IPPNW-Sektion. Herr Ortakaya winkt ab, obwohl er ein Gründungsmitglied ist. Seit die Mitglieder aus Ankara ihre kurdischen Kollegen als Separatisten angezeigt haben und auch die Bemühungen der internationalen IPPNW keine Lösung herbeiführen konnten, haben sie die Beziehungen abgebrochen. NÜSED sei ein bürokratischer Verein alter Leute, die keine Wirkung in die Gesellschaft hinein entfalten können, weil sie sich nicht klar gegen den Krieg aussprechen würden. Weiterlesen

Alte Feindbilder bedienen oder „Sicherheit neu denken“?

Protest in der Münchner Innenstadt – Foto: IPPNW München

In einem frühlingshaften München versammelten sich am 15. Februar 2020 etwa 3.000 bis 5.000 Demonstranten mit Trillerpfeifen und sambastarkem Protest gegen die Münchner Sicherheitskonferenz. Mit einer über den Köpfen schwebenden Rakete aus dem „Bücheler Bombenbalett“ war die Münchner IPPNW-Gruppe gut sichtbar an der Menschenkette durch die Fussgängerzone beteiligt. Die Stimmung war ausgesprochen gelöst und heiter. So weit – so gut.

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Kritik an Staatsräson-Formel: Für einen gerechten Frieden in Nahost!

KOPI-Konferenz am 1. Februar 2020. Foto: © pekuasbild / flickr

KOPI-Konferenz am 1. Februar 2020. Foto: © pekuasbild / flickr

Eine verantwortungsvollere deutsche Israelpolitik muss Menschenrechte und Völkerrecht für die Palästinenserinnen und Palästinenser miteinschließen und darf keine Waffenlieferungen in die Region zulassen, so das Fazit einer Konferenz zur „Staatsräson“ des Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel – Für ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden (KoPI) am Samstag, dem 1. Februar 2020 in Berlin-Neukölln. Deutschland dürfe sich auch nicht als Waffenschmiede für israelische atomare Trägersysteme wie U-Boote zur Verfügung stellen. Die Kritik an der Formel der Bundesregierung, wonach Israels Sicherheit deutsche Staatsräson sei, zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge und Diskussionsbeiträge. Weiterlesen

Patientennutzen muss Priorität haben vor Wirtschaftsförderung

Martin Tschirsich im Gespräch mit Kongressteilnehmer*innen, IPPNW-Tagung „Medizin und Gewissen“ 2019. Foto: Holger Wentzlaff

Ärzt*innen sollen Gesundheitsapps verschreiben, ohne dass sie deren Nutzen und Risiken für die Patient*innen kennen

Ärzt*innen sollen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen Apps verschreiben können, bevor deren Nutzen und Risiken für die Patient*innen geklärt ist! Das war eine der zentralen Botschaften, die die staunenden Teilnehmer*innen der Tagung „Medizin und Gewissen“ am 20. Oktober 2019 in Nürnberg zu hören bekamen. Außerdem müssen nach den Plänen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn alle Krankenkassen bis spätestens 2021 ihren Versicherten eine elektronische Gesundheitsakte (ePA) zur Verfügung stellen. Es herrscht geradezu „Goldgräberstimmung“. Jeder will der Erste sein! Auch dies, ohne dass deren Nutzen nachgewiesen ist! Weiterlesen