Stoppt den Krieg! Verhandeln statt Schießen!

Simulation eines Atombombenabwurfs auf Hamburg. Quelle: www.nukemap.org / Open Street Map

Rede von Ralph Urban zum Aktionstag der Friedensbewegung am 1. Oktober 2022 in Hamburg

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, ich freue mich, dass ich heute zu Euch, zu Ihnen sprechen darf, dass wir uns hier versammelt haben. Das Kernanliegen der IPPNW ist die Verhütung eines Atomkrieges und die Information der Öffentlichkeit über die Gefahren eines Atomkriegs. Mit dem Ukrainekrieg ist beides wieder hochaktuell geworden. Der Krieg dauert inzwischen über sieben Monate. Er verursacht täglich Leid,
Tod und Verwüstung.

Wir befinden uns schon lange in einer Eskalationsspirale, deren Ende nicht absehbar ist. In diesen Tagen erleben wir weitere Schritte dieser Eskalation. Mit jedem Tag nimmt die Unversöhnlichkeit zu, die Fronten verhärten sich mehr und mehr. Und mit jedem Tag wächst das Risiko, dass sich der Krieg auf andere Staaten ausweitet oder vielleicht bis zum Atomkrieg eskaliert. Die IPPNW sieht JETZT die Notwendigkeit für einen Waffenstillstand und für eine Verhandlungsinitiative. Letzte Woche haben wir die Außenministerin in einem Offenen Brief aufgefordert sich dafür einzusetzen. Notwendig ist eine multilateral getragene und abgestimmte Vermittlung zu einem Waffenstillstand und zu Verhandlungen. Weiterlesen

Spielt die Atomfrage nicht schon für die russischen Kriegsgründe eine Rolle?

AKW Saporischschja. Blöcke Nr. 4, 5, 6 und Sondergebäude. Foto: Maxim Gavrilyuk/Wikipedia/GNU

Messen wir dem Thema genügend Aufmerksamkeit zu?

Den Einmarsch und den Krieg Russlands gegen die Ukraine als völkerrechtswidrig zu kennzeichnen und darin eine schwere Belastung für die weitere Entwicklung nicht nur in Europa zu erkennen – das sollte uns nicht daran hindern, die verursachenden Faktoren hierzu gerade auch auf Seiten der NATO und deren Führungsmacht USA zu benennen. Zitat des NATO-Generalsekretärs Jens Stoltenberg, im Gespräch mit der Zeitung Welt vom 24.8.:  „Die Ukraine ist vollkommen abhängig von unserer Unterstützung“. Wir erleben also deutliche Elemente eines Stellvertreter-Krieges – Russland vs. NATO. Weiterlesen

Atomwaffen oder Ethik

Rede auf dem Anti-Atomwaffen-Spaziergang am Fliegerhost Büchel

Friedensaktivist*innen spazieren um den Atomwaffenstützpunkt Büchel, 09.07. 2022. Foto: E. Börger

Liebe Mitstreitende und Aktivistis, ich wurde gebeten, hier im Angesicht eines Atomwaffenstützpunktes etwas über Atomwaffen und Ethik zu sagen. Ich muss zugeben, dass mir das sowohl emotional als auch gedanklich schwerfällt. Emotional ist es schwer, weil einerseits dieser Zaun in seiner dünnen Durchsichtigkeit das von ihm verborgene Gewaltpotential nicht recht darstellen kann, eigentlich vergleichsweise harmlos wirkt; und andererseits, weil das Bewusstsein über die apokalyptische Funktion dieser Anlage eigentlich verbietet, sie mit Reden zu ehren, sondern eher Ächtung und Widerstand herausfordert. Dazu kommt außerdem die gedankliche Schwierigkeit, dass diese emotionale Verwirrung auch aus der Entfernung allenfalls verdrängt, nicht aber wieder gänzlich geordnet werden kann. Die Möglichkeit, durch menschliches Handeln, oder sogar einfach durch tadellosen Dienst nach Vorschrift vom einen
auf den anderen Moment eine menschliche Apokalypse einläuten zu können, ist in einer absurden Weise grauenvoll. Und dieses absurde Grauen stört jede nüchterne Überlegungbei manchen sogar so weit, dass sie es für einen Frieden im Gleichgewicht des Schreckens halten.
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Waffenlieferungen und Eskalationsrisiko

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, liebe IPPNW-Mitglieder, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

die Bundesregierung und besonders der Bundeskanzler Olaf Scholz stehen unter massivem Druck, schwere Waffen in die Ukraine zu liefern.

Der Angriffskrieg Russlands und die schrecklichen Bilder unsäglichen Leids von Zehntausenden Menschen in der Ukraine lösen heftig Empörung aus
und den Ruf nach Gegenwehr, nach Waffen und nach schweren Waffen.

Aber welche Risiken und welche Nebenwirkungen sind mit Waffenlieferungen verbunden? Weiterlesen