Never whisper in the presence of wrong! Abschied von Bernard Lown

Bernard Lown. Foto: IPPNW

Bernard Lown. Foto: IPPNW

Bernard Lown, einer der Gründer, langjähriger Präsident und Motor der IPPNW ist am 16. Februar 2021 im Alter von 99 Jahren in seinem Haus in Boston verstorben. Er war ein Visionär, der sowohl in der Medizin als auch in der Politik Geschichte geschrieben hat. Als Professor der Kardiologie der Harvard-Universität in Boston leistete er wegweisende Arbeit zur Erforschung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen und war wesentlich an der Entwicklung des Defibrillators beteiligt. 1985, fünf Jahre nach Gründung der IPPNW, nahm er gemeinsam mit seinem Co-Präsident Evgenij Chazow aus der damaligen UdSSR den Friedensnobelpreis entgegen.

Vor 30 Jahre stellte er uns in Stockholm das „IPPNW-Dreieck“ vor. Damit illustrierte er die fundamentale Verbindung zwischen Armut, Umweltzerstörung und Krieg. Bernard Lown hat Krieg als Krankheit verstanden und den Atomkrieg als ihre extremste Form. Er erklärte uns, dass wir die Ursachen verstehen müssen, um Kriege zu verhindern. Weiterlesen

„Strick mir keine neuen Socken“

Lars Pohlmeier zusammen mit Andy Kanter (USA) and Sergeij Kolesnikov (Russland) in Potsdam. Foto: privat

Gedanken zu „75 Jahren Ende des Zweiten Weltkrieges“
In diesem Jahr gedenken wir des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs. Ich wurde 24 Jahre nach dessen Ende in der Stadt Bremen in Deutschland geboren. Als ich jung war, dachte ich: „Der Krieg? Wie lange ist das her“. Jetzt, im Alter von 51 Jahren, wird mir klar, wie wenig Zeit vergangen war. Natürlich habe ich keine persönlichen Erinnerungen oder Erfahrungen aus der Kriegszeit, aber mein Leben wurde von denen beeinflusst, die gelitten hatten. Es ist wichtig, die Erinnerungen und die Debatte lebendig zu halten, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Aus diesem Grund habe ich diesen Text geschrieben. Weiterlesen

Siegeszug der Barbarei – oder sozialökologische Transformation?

Wenn es keinen Kriegszustand zwischen den USA und dem Iran gibt, „würde man das als Staatsterrorismus bezeichnen, was hier stattgefunden hat.“ (Volker Perthes, Stiftung Wissenschaft und Politik, zum Drohnen-Mord am iranischen General Soleimani, ARD-Tagesthemen 3.1.2020)

Volker Perthes war in den letzten Tagen einer der wenigen, die in den Massenmedien hierzulande den Begriff des Terrorismus in Bezug auf den Drohnenmord gebrauchte – dabei ist dies nur allzu naheliegend: Terrorismus ist das Ausüben von ungesetzlicher Gewalt und das systematische Erzeugen von Angst. Er dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten – eben dies ist das Motiv des ferngesteuerten Anschlags, gelenkt wahrscheinlich über die Relaisstation auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in der Pfalz. Weiterlesen

Iran: Die Folgen der Sanktionen

Podiumsdiskussion von IPPNW und IALANA am 28.11.2019 „Die Gefahr eines Irankrieges und die Folgen der Sanktionen“

Die US-Sanktionen haben die Öleinnahmen des Iran einbrechen lassen. Die Rationierung von Benzin und Erhöhung der Benzinpreise führten zu Massenprotesten, die die Regierung blutig niederschlug. amnesty international berichtete gestern von mindestens 200 Todesopfern. UN-Sprecher Rupert Colville erklärte: „Wir sind sehr besorgt über die berichteten Verstöße gegen internationale Normen und Standards hinsichtlich der Anwendung von Gewalt, eingeschlossen der Verwendung von scharfer Munition gegen Demonstranten.“ Einigen Anführern der Proteste droht laut Medienberichten die Todesstrafe. Weiterlesen