Eine Fake-Debatte: Der sogenannte Wissenschaftsstreit unter Lungenärzten über Luftverschmutzung

Foto: Martin Fisch, CC BY-SA 2.0 (Bild bearbeitet)

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In den letzten Tagen tobt in den Medien (bei tagesschau.de, ZDF, Hart aber Fair, Cicero, Bild und heute bei Anne Will) ein angeblicher „Wissenschaftsstreit unter Lungenfachärzten“ zu den gesundheitlichen Auswirkungen und den Grenzwerten von Feinstaub und NOx – nachdem der selbsternannte Experte und emeritierte Professor Dieter Köhler mit seinen Interviews und einer „Stellungnahme zur Gesundheitsgefährdung durch umweltbedingte Luftverschmutzung, insbesondere Feinstaub und Stickstoffverbindungen (NOx)“ große Medienresonanz ausgelöst hat. Zum Sachverhalt siehe auch den Eintrag zu Dieter Köhler bei Wikipedia (Abruf am 26.1.2019)

Die Gruppe um den Lungenarzt Köhler ist klein: Etwas über 100 von 3.800 angeschriebenen Fachkolleg*innen haben seine Stellungnahme unterzeichnet. Weiterlesen

Korrektes Handeln reicht nicht aus

Ursula Völker, Ärztin und IPPNW-Vorstandsmitglied

Ursula Völker, Ärztin und IPPNW-Vorstandsmitglied

Ich bin 26 Jahre alt, seit bald sieben Jahren Mitglied der IPPNW, den Ärzten gegen den Atomkrieg. Im März 2011 werde ich zum ersten Mal als Atomkraftgegnerin vorgestellt und bin stolz darauf. Ursula Völker, Ärztin und Atomkraftgegnerin. Nicht dass es ein Kinderspiel gewesen wäre, nach dem Staatsexamen in die Arztrolle hineinzuwachsen. So direkt als Atomkraftgegnerin bezeichnet zu werden, ist noch ungewohnter.

Ich vermute, das geht nicht nur mir so. Meine Generation hat die Atomkraftgegnerschaft gewissermaßen in die Wiege gelegt bekommen, sich aber zunächst eher als Opfer wahrgenommen. Schließlich waren wir 1986 die gegenüber radioaktiver Strahlung empfindlichste Bevölkerungsgrupe: Ungeborene und Kleinkinder. Wir haben die Ängste unserer Eltern erlebt, erinnern uns an Sandkastenverbot und geschlossene Fenster. Weiterlesen