Peace Academy 2020 – „Wanted: Peacemakers“

Peace Academy 2020 vom 7. – 9. Februar in Berlin unter dem Motto ‚Wanted: Peacemakers‘.

Zum zweiten Mal trafen sich junge Studierende und Interessierte an einem Wochenende in Berlin, um über Frieden zu reden und gemeinsam Möglichkeiten des friedlichen Handelns zu diskutieren. Die Peace Academy wird von der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) organisiert.

Das Wochenende stand unter dem Motto „Wanted: Peacemakers!“. Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen, von Medizinstudierenden über Politikwissenschaftler*innen bis hin zu Ethnologie-Studierenden, kamen zusammen, um sich gemeinsam über die Möglichkeiten der friedlichen Kooperation zu informieren und auszutauschen.

Anfangs haben wir über die Erlebnisse mit Frieden im Alltag nachgedacht und uns gefragt, wie jede/r Einzelne Frieden erlebt. Durch Wollfäden haben wir anschließend symbolisch ein Netzwerk des Friedens erschaffen. Hier konnte jede/r Teilnehmende Aspekte des eigenen Erlebens von Frieden einbringen. Wir haben konkrete Kampagnen in der Friedensarbeit kennen gelernt, die Verbindung zwischen Klima, Militär und Frieden erkundet, über die Vor- und Nachteile der atomaren Abschreckung sowie den Atomwaffenverbotsprozess diskutiert, erfahren, was ziviles Peacekeeping bedeutet und die Friedenslogik der Sicherheitslogik gegenüber gestellt. Die bisherige Sicherheitslogik durch militärische Interventionen wurde hinterfragt und ihr wurde das Konzept der Bildungskampagne „Sicherheit neu denken“ gegenüber gestellt, die eine zivile Sicherheitspolitik propagiert. Zusätzlich haben wir eine eigene Kampagne zu dem Thema Klima, Militär und Frieden erstellt, haben eine Exkursion zum Haus der Wannseekonferenz unternommen, wo 1942 die Deportation und Ermordung der europäischen Jüd*innen beschlossen wurde, und haben uns anschließend die Frage gestellt, wie wir uns damals verhalten hätten, wie wir uns heute verhalten, wenn sich ähnliche rassistische und faschistische Strukturen entwickeln würden und was man dagegen tun kann.

Das Wochenende war einerseits geprägt durch Interaktivität und dem Einbringen von eigenen Ideen und Wissen und andererseits beinhaltete es das Erlernen von neuem Wissen, unterlegte Gesagtes durch Fakten und Studien und förderte dadurch neue Denkanstöße. Die Verbindung von beiden Elementen erschuf einen Raum, in dem gegenseitiges Lernen, Zuhören und Mitdiskutieren im Einklang standen und zur Lebendigkeit der Tagung beitrugen.

Während des Seminars wurden uns neue Perspektiven aufgezeigt. Mein Wissen hat sich vertieft und die Peace Academy war eine Inspiration, mich weiter zu engagieren. Besonders spannend fand ich die Interdisziplinarität der Teilnehmenden. Der Austausch mit Personen, die die gleiche Vision teilen, war eine Inspiration, den Weg weiter zu gehen und zeigte unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten auf dem Weg dorthin auf.

Bei dem Wochenende herrschte eine sehr lockere, warme Stimmung unter den Teilnehmenden. Wir sind schnell als eine Gruppe zusammengewachsen, wodurch in den Diskussionen eine entspannte Atmosphäre herrschte. In den Pausen und abends saßen einige Teilnehmende zusammen, haben in dem Spieleraum Tischtennis oder Billard gespielt, weiter über thematische Aspekte diskutiert oder sich einfach unterhalten.

Am Ende der Tagung war klar: Wir müssen gemeinsam aufstehen und uns aktiv für den Frieden, gegen Rechtsextremismus, gegen Diskriminierung und gegen die Klimakatastrophe einsetzen. Wir müssen unsere Stimmen erheben und Druck auf die Regierung ausüben.

Marla Feldwisch studiert Internationale Beziehungen an der Hochschule Rhein-Waal und arbeitet derzeit als Praktikantin bei der IPPNW.

2 Gedanken zu „Peace Academy 2020 – „Wanted: Peacemakers“

  1. Das scheint ein interessanter Workshop gewesen zu sein. Und wichtig zu sehen dass die Themen Frieden, Klima und Antirassismus gemeinsam gesehen werden müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.