Sie vergessen uns nicht – und das alleine zählt

Die Wohnsiedlung mit Park in Diyarbakir. Foto: IPPNW

Ich bin seit Mittwochabend wieder in Deutschland. Der Rückflug ließ sich bei Turkish Airline problemlos umbuchen, obwohl es zunächst hieß, dass eine Ausreise frühestens am 17. April wieder möglich sein würde. Am Flughafen in Hamburg gab es außer der normalen Passkontrolle keinerlei Befragungen oder Temperaturmessungen.

Ein paar Schlaglichter zum Schluss:
Corona war kein Thema, bis Präsident Erdogan aus Brüssel zurückkam und erste Krankheitsfälle bekannt wurden. Danach stiegen Angst, Panik, Verschwörungstheorien und Hamsterkäufe sprunghaft an und es gab nur noch dieses eine Thema. Die Menschen haben kein Vertrauen in die Maßnahmen der Regierung. Die besondere Bedrohung der Armen, der Flüchtlinge in den Camps und der Menschen im Kriegsgebiet wurde nur in der Ärztekammer thematisiert und auch die Situation der Gefangenen in den überfüllten Gefängnissen. Weiterlesen

Besuch bei der Ärztekammer von Diyarbakir

Besuch in der Ärztekammer von Diyarbakir. Foto: IPPNW

Mahmut Ortakaya ist gekommen, obwohl er sicherlich zur Corona-Risikogruppe gehört. Wir sitzen zu fünft im vertrauten Raum unter seinem Spruch: „An Gesundheit und Freiheit darf man nicht sparen“. Er verrät uns den 2. Teil: „Wenn man an der Gesundheit spart, führt es zum Tod, wenn man die Freiheit einschränkt, führt es in Gefangenschaft“.

Ich frage nach NÜSED, der türkischen IPPNW-Sektion. Herr Ortakaya winkt ab, obwohl er ein Gründungsmitglied ist. Seit die Mitglieder aus Ankara ihre kurdischen Kollegen als Separatisten angezeigt haben und auch die Bemühungen der internationalen IPPNW keine Lösung herbeiführen konnten, haben sie die Beziehungen abgebrochen. NÜSED sei ein bürokratischer Verein alter Leute, die keine Wirkung in die Gesellschaft hinein entfalten können, weil sie sich nicht klar gegen den Krieg aussprechen würden. Weiterlesen