Kriege können nur präventiv verhindert werden! Ostermarsch in Neuruppin

Peace! Foto: Alice Donovan Rouse / unsplash

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Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

mich persönlich verbindet Neuruppin mit zwei Dingen: In den 90er und Anfang der 2000er Jahren gab es rund um das damalige militärische Gelände „Bombodrom“ eine große, letztendlich erfolgreiche Bewegung gegen die Militarisierung dieser Gegend und schließlich die Umwidmung in ein ziviles Projekt. Das hat bundesweit ausgestrahlt. Dieses Erbe, nämlich, wenn die Zivilgesellschaft beharrlich zusammensteht, auch was bewirken kann, behaltet auch heute in einer weit komplizierteren Welt im Gedächtnis.

Die zweite persönliche Verbindung war vor einigen Jahren, als ich ein dreiviertel Jahr hier in der Nähe gewohnt und Neuruppin mein ärztlicher Arbeitsplatz war. Ich habe einige Einblicke in die Sozialstruktur Eurer Stadt bekommen, die mich tief beeindruckt hat. Weiterlesen

Es geht darum, Kriege abzuschaffen – Ostermarsch Nürnberg

Stop War!

Stop War! Foto: Mathias P.R. Reding / Pexels.com

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens!

Eigentlich möchte ich heute hier nicht stehen. Eigentlich hätte ich gedacht, dass Frieden eine Selbstverständlichkeit in Deutschland sei, einem Land, das von  keiner Seite aus bedroht oder angegriffen wird. Der völkerrechtswidrige Krieg der russischen Armee gegen die Ukraine zeigt uns jedoch: Frieden möchte gepflegt werden. Und es reicht nicht aus, sich für den Aggressor Wladimir Putin fremdzuschämen, sondern wir müssen uns selbst an die eigene Nase fassen und uns fragen, wie wir zu einem friedlichen Miteinander beitragen können.

Daher muss ich hier und heute stehen und reden für den Frieden und gegen jeden Krieg, und zwar gleich in drei Positionen:

Zum einen, weil ich als Ärztin friedlichen Konfliktlösungen verpflichtet bin. Als Mitglied einer Ärzteorganisation, die 1986 den Friedensnobelpreis erhielt, weil damals ein russischer und ein amerikanischer Kardiologe gemeinsam die Welt darauf aufmerksam machten, daß ein nuklearer Erstschlag, egal von welcher Seite, das Ende der Menschheit bedeuten würde und es gäbe keine Medizin der Welt, die da noch helfen könnte. Weiterlesen

Das Schicksal der Familie Senyasar und das türkische Recht

Foto: IPPNW

Familie Senyasar, die Eltern und vier Söhne, hatten einen Laden in Suruc, einer Stadt an der syrischen Grenze, gegenüber von Kobane. Während des Wahlkampfs 2019 betrat eines Tages ein Parlamentsabgeordneter der AKP mit seinem Sohn und mehreren Leibwächtern das Geschäft der Familie Senyasar und wollte dort Wahlflugblätter auslegen. Die Familie verweigerte das, da sie HDP-Wähler seien. Daraufhin wurden sie von den Besuchern mit Waffen bedroht. Einer der Söhne rief seinen Bruder in der Stadt zu Hilfe. Der Bruder war bewaffnet und es kam zu einem Schusswechsel, bei dem alle vier Söhne und einer der Männer aus der AKP-Gruppe verletzt wurden.

Die Verwundeten wurden mit Ambulanzen in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Zwei der Söhne kamen ins Regierungskrankenhaus von Suruc. Auf dem Weg dorthin wurde der Krankenwagen beschossen. Die Eltern folgten dem Krankenwagen ins Krankenhaus, wo laut der Twitternachricht eines Arztes die verwundeten Söhne und der Vater vor den Augen der Mutter mit Sauerstoffflaschen erschlagen wurden. Weiterlesen