Bericht über den Vortrag von Prof. Dr. Johannes Varwick auf dem IPPNW-Jahrestreffen
Der Vortrag von Prof. Dr. Johannes Varwick zum Thema „Entspannungspolitik 2.0“ zeichnet ein eindringliches Bild der aktuellen internationalen Lage und entwickelt daraus Überlegungen für eine zukünftige Sicherheitsordnung. Ausgangspunkt ist die Diagnose einer zunehmend instabilen Welt: Europa ist erneut zum Kriegsschauplatz geworden, Aufrüstung prägt das politische Geschehen, und Konflikte werden häufig indirekt als Stellvertreterkriege ausgetragen. Diese Entwicklungen verstärken die Gefahr einer Eskalationsspirale, deren äußerster Punkt auch eine nukleare Auseinandersetzung sein könnte. Besonders kritisch wird dabei gesehen, dass sich verhärtete Feindbilder herausbilden, die politische Lösungen erschweren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Forderung nach einem vollständigen Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine zwar normativ nachvollziehbar, aktuell jedoch kaum realistisch. Entscheidend sei vielmehr, eine direkte militärische Konfrontation zwischen der militärisch überlegenen NATO und Russland unbedingt zu vermeiden. Der Preis einer solchen Konfrontation sei eine nukleare Eskalation im Falle einer zu erwartenden militärischen Niederlage Russlands. Weiterlesen


Friedensfähig statt kriegstüchtig – Perspektiven aus dem Gesundheitswesen: unter diesem Motto stand die diesjährige IPPNW Peace Academy vom 6.-8. März 2026. Rund 25 junge Menschen aus ganz Deutschland haben sich in der Jugendherberge in Berlin-Wannsee getroffen, um sich zu medizinischer Friedensarbeit und der Militarisierung des Gesundheitswesens weiterzubilden, ihre eigene Rolle als Friedensstifter*in zu reflektieren und durch Argumentations- und Aktionstraining konkrete Skills zu erproben, diesen schwierigen Themen auch in ihrem (Berufs-)Alltag begegnen zu können. Dabei die Ambivalenzen und vermeintlichen Handlungszwänge, die in Politik und Gesellschaft oft unhinterfragt alternativlos dargestellt werden, zu entlarven, sich zu positionieren und Strategien zu entwickeln, war eine Aufgabe, die nicht immer leichtfiel und auch außerhalb der Seminareinheiten zu angeregten und anregenden Gesprächen und Diskussionen geführt hat.