Flüchtlingsströme als Krisensymptome

Demonstration gegen Abschiebungen aus Afghanistan. Berlin, 2017 - Foto: IPPNW

Demonstration gegen Abschiebungen aus Afghanistan. Berlin, 2017 – Foto: IPPNW

In der Zeitschrift der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und in sozialer Verantwortung (Nr.164, Dezember 2020) finden sich mehrere Artikel zur ärztlichen Rolle in Abschiebeverfahren gegen Flüchtlinge. Sie berichten über die bedrückenden Erfahrungen der Missachtung ärztlicher Befunde und Diagnosen in Abschiebeverfahren entgegen dem gesetzlichen Standard ärztlicher Ethik. Meine eigene Erfahrung als beratender Kinderpsychiater außerhalb des eigentlichen Asylverfahrens in einem Asylbewerber-Aufnahmelager zeigt auch mir die Vielfalt der psychischen Störungen und Leiden bei den Flüchtlingen, speziell auch den Kindern. Viele sind nicht einmal aus den „offiziellen“ Fluchtgründen (politisch, religiös, militärisch) geflohen, sondern wegen persönlicher Bedrohungen, vor denen sie im Heimatland keinen Schutz fanden, z.B. Frauen vor Übergriffen ihrer Männer bis hin zum Verkauf ihrer minderjährigen Töchter. Weiterlesen

Klimakatastrophe und imperiale Lebensweise

Plastikmüll in Norwegen bei Tromsö, Foto: Bo Eide, Creative Commons

Seit etwa 500 Jahren hat der Mensch die Erde massiv umgestaltet – in immer schnellerem Tempo, in immer größerem Ausmaß und mit immer schwerer wiegenden Folgen. Man hat dieses Geschehen auch „Globalisierung“ genannt – es beruht im Kern darauf, dass einige wenige sich gute Lebensbedingungen sichern, die nur deshalb zustande kommen, weil eine wachsende Zahl anderer Menschen in Not und Elend leben müssen. Dies gilt auch für die Ökologie: Der Zugang zu sauberen Wasser und zu sanitären Anlagen ist für die meisten von uns in Deutschland selbstverständlich – für die meisten anderen im Rest der Welt aber gerade nicht. Diese Menschen werden auch von den Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen. Diese „imperiale Lebensweise“, zu deren Konsequenzen auch die Klimakatastrophe gehört, ist auf Dauer nicht hinnehmbar. Weiterlesen

Migration und Gesundheitssicherheit: Kritische Perspektiven

Migration and the Health-Security Nexus – Berlin 26.07.2019 – Foto: IPPNW

Wie kann die weltweite Gesundheitsversorgung in Zeiten des Neoliberalismus gesichert werden? Welche Bedeutung spielt dabei Migration? Diese Themen wurden auf der diesjährigen Global Health Summer School behandelt, die vom 21. bis 27. Juli 2019 in Berlin stattfand. Ziel der Sommerakademie war es, die Teilnehmer*innen an komplexe Wechselwirkungen zwischen Globalisierung und Gesundheit heranzuführen. Der kritische Fokus lag auf dem Narrativ, das Migration als Bedrohung der Gesundheitssicherheit konstruiert. Organisiert wurde die Summer School von der IPPNW Deutschland und dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin. Weiterlesen

Klimawandel, Gewalt und Gesundheit

Global Health Summerschool „Climate Change, Violence and Health“ in Berlin 2017, Foto: IPPNW

Sechs erfüllte Tage: Bei der Global Health Summer School vom 19.-26. August 2017 in Berlin trafen sich Studierende aus der ganzen Welt, um über drängende globale Fragen zu diskutieren.

Tag 1 Dem herzlichen Willkommen durch das Orga-Team der Summer School folgte eine Gruppenbildungs-Sitzung, die die Basis für die wunderbare Atmosphäre während der Woche bildete. Nachmittags diskutierten, forschten und informierten wir uns über die Globalisierung und ihre Auswirkungen sowie die Begriffe öffentliche, globale und internationale Gesundheit. Unser Ergebnis: „Während globale und internationale Gesundheit sehr ähnlich sind, umfasst öffentliche Gesundheit die Prävention und Behandlung von Gesundheitsproblemen in einer bestimmten Umgebung (lokal)“ – im Gegensatz zu den vorigen Begriffen, die einen weltweiten Geltungsanspruch haben. Weiterlesen